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Stonehenge

 

Stonehenge ist seit Menschengedenken eines der größten archäologischen Rätsel. Welchem Zweck diente dieses phantastische Bauwerk und wer hat es geschaffen? Der englische Anthropologe Lionel Sims beschäftigt sich seit langem mit den Menschen der Steinzeit. Wie lebten sie am Ende der letzten Eiszeit und woran glaubten sie? Studien in heutigen Gesellschaften und neue archäologische Funde aus ganz Nordeuropa führten Sims zu einer erstaunlichen Theorie. Stonehenge diente keineswegs nur der Anbetung der Sonne. Hier wurde einer weitaus älteren Macht gehuldigt…, dem Mond. Die neuen Erkenntnisse lassen keinen Zweifel, in Stonehenge wurden die Grundlagen unserer heutigen Zivilisation geschaffen. Eine der wichtigsten Fragen lautet: „ Was bewegte die Menschen, die Stonehenge schufen? “. Eine Konstruktion von dieser Größe und dieses Alters musste von geradezu überragender, spiritueller Bedeutung für ihre Schöpfer sein. Vor etwa 5000 Jahren wurde hier mit dem Bau begonnen. Mit Unterbrechungen dauerte er über 1500 Jahre. In drei, klar voneinander isolierten Bauphasen wurde Stonehenge jeweils weitgehend auf- und umgebaut. Einige der riesigen Steine stammen aus den Preseli Mountains in Wales, bis zum Bauplatz in der Ebene von Salesbury in Südwestengland sind das fast 400 km. Aber die Bauweise von Stonehenge erklärt nicht, was die Menschen dazu trieb so viel Zeit und Energie in ein Monument von derartigem Ausmaß zu investieren. Ob Druidentempel, steinzeitliches Planetarium oder Opferplatz, wer auch immer Stonehenge erbaute, er hatte ein festes Ziel vor Augen. Ein Ziel, das von enormer Bedeutung für den herrschenden Glauben gewesen sein muss. Nach gängiger Meinung diente der Steinkreis dem Sonnenkult. In der traditionellen Archäologie gilt eine Beziehung zur Sonne als allgemein anerkannt. Wurde Stonehenge vielleicht als Sonnentempel von den Druiden erbaut? Mehr als unwahrscheinlich, sie tauchten erst  300 vor Christus in der Geschichte auf. Tausend Jahre nachdem der Höhepunkt von Stonehenge überschritten war. Julius Cäsar und andere Quellen der Antike beschreiben die heiligen Orte der Druiden als Waldlichtungen, nicht als Monumentalbauwerke. Und zu Zeiten der Druiden war Stonehenge bereits ähnlich verfallen wie heute. Kehren wir also zurück zu den Menschen der Steinzeit. Verehrten sein in Stonehenge den Tag der Sommersonnenwende? Der Anthropologe Lionel Sims glaubt das nicht. Seine Forschungen ergeben ein radikal neues Bild. Nicht der Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende wurde in Stonehenge zelebriert, sondern genau das Gegenteil. Auf den ersten Blick erscheint Stonehenge wie ein Sonnentempel. Immer zur Sommersonnenwende kommen wir nach Stonehenge um gemeinsam, unter freiem Himmel, die Sonne zu feiern. Die Menschen der Jungsteinzeit aber kamen hierher um den Sonnenuntergang bei Wintersonnenwende zu beobachten, den Beginn der längsten Nacht. Das ist etwas völlig anderes. Aber hat man im Europa der Jungsteinzeit wirklich nur die Sonne angebetet? Warum sollte ein Sonnenkult gerade den schwächsten Punkt im Jahreslauf der Sonne zelebrieren? Für Sims liegt die Antwort auf der Hand. Noch vor der Sonne wurde hier der Mond verehrt. Ende der 90iger Jahre machte man bei Nebra (Sachsen Anhalt) eine sensationelle Entdeckung. Eine Bronzescheibe auf der Sonne und Mond gleichberechtigt nebeneinander stehen. Etwa 3600 Jahre ist sie alt, hergestellt in der Endphase von Stonehenge. Diese bisher älteste Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte gewährt Einblick in die astronomischen Kenntnisse der damaligen Zeit und scheint Sims Theorie zu stützen. Um zu verstehen was die Menschen der damaligen Zeit bewegte, muß man sich vergegenwärtigen wann Stonehenge erbaut wurde. In der zweiten Hälfte der Jungsteinzeit am Übergang zur Bronzezeit. Die Altsteinzeit markiert das erste Auftreten des Menschen. Sie dauert bis etwa 10 000 vor Christus. Die nachfolgenden Perioden wechselten wesentlich schneller. Die Jungsteinzeit, in der die Menschen begannen sesshaft zu werden, währte nur wenige tausend Jahre, bevor die Bronzezeit folgte, in der die ersten Metallwerkzeuge und Waffen auftauchten. Die Menschen der Jungsteinzeit lebten also in einer Periode, in der sich die sozialen Umwälzungen immer schneller vollzogen, verglichen mit tausenden von Generationen ihrer Vorfahren.

 

 

Während der Jungsteinzeit war die nördliche Hemisphäre wiederholt von gewaltigen Eisschichten bedeckt. Als Jäger und Sammler fristeten die Menschen eine ebenso raue, wie kalte Existenz. Sie mussten Schritt halten mit den Herden der großen Pflanzenfresser und lebten immer in der Gefahr selbst zum Opfer von Raubtieren zu werden. Vor 10 000 bis 11000 Jahren, mit dem Ende der letzten Eiszeit änderte sich ihr Leben grundlegend. Mit der Klimaerwärmung zogen sich die Gletscher nach Norden zurück. Durch das Schmelzwasser stieg der Meeresspiegel an. Vor etwa 8000 Jahren wurde Britannien vom europäischen Festland getrennt. Gegen Ende der Jungsteinzeit vor 10000 Jahren starben die meisten der großen Tierarten aus. Das bedeutete das Ende der Großwildjagd. Wer also in der Mittel- und Jungsteinzeit überleben wollte, der musste sich an völlig veränderte Bedingungen anpassen. Es scheint so, als hätten die Menschen rund 5000 Jahre lang weiter versucht als Jäger und Sammler zu leben um Ackerbau und Viehzucht zu vermeiden, aber das musste zum scheitern führen. Mit dem Verschwinden der großen Pflanzenfresser wurde die Jagt immer unergiebiger. Es war anstrengender einen Hasen zu fangen als ein Mammut. Aus Jägern wurden zwangläufig Bauern. Das Leben in der Jungsteinzeit unterschied sich erheblich von dem der altsteinzeitlichen Jäger und Sammler. Wochen und Monate vergingen mit dem Bearbeiten der Böden, dem Aussähen, dem Ernten und Lagern der Früchte und der Verarbeitung der Nahrung. Das Leben der jungsteinzeitlichen Bauern vor etwa 4000 Jahren war eine Schinderei, zumindest für eine Hälfte des Jahres. Was aber taten sie in der anderen Hälfte des Jahres?  Berry Kundiff, Professor für europäische Archäologie in Oxford ist eine führende Autorität in Sachen Jungsteinzeit. Er nimmt an, dass der radikale Wandel zu einer weit höheren Entwicklung der Menschen geführt hat, als früher angenommen. Der Beginn der Ackerbaukultur hat das Leben der Menschen wahrhaft verändert. Sie waren jetzt sesshaft und hatten mehr Zeit, vor allem im Winter. Diese Zeit kam einem immer komplizierteren, sozialen Verhalten zugute. Und nichts zeigt den gesellschaftlichen Fortschritt deutlicher, als die riesigen jungsteinzeitlichen Bauwerke, die überall in Nordwesteuropa entstanden. Viele haben, ähnlich wie Stonehenge, eine erkennbare Beziehung zur Sonne und vielleicht auch zum Mond. Und alle zeigen einen hoch entwickelten Stand der Technik, der bis dahin unbekannt war. Der Schluss liegt nahe, das sie alle für eine fundamentale Veränderung der damaligen Gesellschaft stehen. Zur gleichen Zeit, als die ersten Bauern in Nordwesteuropa ihr Land absteckten, begann man mit dem Bau der jungsteinzeitlichen Monumente wie Stonehenge. War dies der Anfang der Zivilisation? Es hängt davon ab, was wir unter Zivilisation verstehen. Nach neuerer Theorie begann die Kultur schon in den Zeiten der altsteinzeitlichen Großwildjäger, also einige tausend Jahre früher. Niemand würde heute behaupten sie hätten keine Kultur gehabt. Dennoch muss etwas sehr ungewöhnliches passiert sein, wenn weltweit, überall dort wo Bauern Land in Besitz nahmen, gleichzeitig mit der Errichtung monumentaler Bauwerke begonnen wurde. Das ist von größter Bedeutung für die Menschheitsgeschichte. Und auch die Art wie man die Toten beisetzte deutet auf tief greifende gesellschaftliche Umwälzungen während der Jungsteinzeit hin. Dies ist immer ein wichtiger Indikator für das Wertesystem eines Volkes. Etwa 30 km von Stonehenge entfernt, bei Avebury, findet sich eine ganze Anzahl jungsteinzeitlicher Monumente. Und ganz in der Nähe des riesigen Steinrings von Avebury, liegt einer der bedeutendsten, britischen Grabhügel.

West Kenneth, Long Barrow ist ein ganz besonderer Ort. Der älteste Bau in der Gegend von Avebury und tausend Jahre älter als die Steinringe von Avebury und Stonehenge stammt aus der frühen Jungsteinzeit, als die Menschen noch in Gruppen umher zogen. In der Jungsteinzeit wurden die Toten hier in diesen Seitenkammern bestattet. Die Frauen auf der einen, die Kinder auf der anderen Seite. Und am Ende wurden die erwachsenen Männer beigesetzt. Man legte die Körper in Kammern und überlies sie dem langsamen Verfall und, das ist kennzeichnend für die Jungsteinzeit, die Toten wurden regelmäßig besucht. Um 3000 vor Christus gewann das Individuum zunehmend an Bedeutung, im Tod wie im Leben. Europa war übersäht von Einzelgrabhügeln. Viele kann man heute noch erkennen. Doch welche Bedeutung hatte diese Entwicklung? Das ist ein westeuropäisches Phänomen und es deutet an, dass sich die Gesellschaft rasch von einem alten in ein neues System wandelte. In der frühen  Jungsteinzeit waren die Grabanlagen lange Grabhügel, so genannte Ganggräber in denen über einen längeren Zeitraum die Gebeine der Toten in einer Art Familientradition gesammelt wurden. Die neueren, runden Grabhügel hingegen sind Einzelgräber. Das Gefühl der Verbundenheit mit den Vorfahren wich sozusagen der Bedeutung des Individuums. Wenn man so will, markiert dieser Sinneswandel etwa 2000 vor Christus das Ende der alten und den Beginn der neuen Welt, in der wir heute Leben. Die Grabbeigaben aus einigen dieser Einzelgräber zeigen zwei wichtige Aspekte der gesellschaftlichen Entwicklung am Beginn der Bronzezeit. Einige Menschen hatten beachtlichen, persönlichen Reichtum angehäuft und ein erstaunlicher Grad handwerklichen Könnens war erreicht. Lange glaubte man solche Fähigkeiten seien über zugewanderte Völker aus dem Süden nach Nordeuropa gekommen. Unter Archäologen war es verbreitet den Mittelmeerraum als Wiege der Kultur anzusehen, von wo aus sich alles Wissen ausbreitete. Das hat unseren Blick auf die Barbarenregionen von Deutschland, Frankreich und Britannien für lange Zeit vernebelt. Heute sehen wir die Errungenschaften und erkennen, dass einige dieser Regionen unglaublich innovativ waren. Man kannte die Bewegungen der Himmelskörper und die Wissenschaft war schon ziemlich weit entwickelt. Der Lauf des Mondes war sicher ebenso bekannt, wie der, der Sonne und vieles deutet darauf hin, dass die Stämme Nordeuropas in enger Verbindung miteinander standen. Betrachtet man beispielsweise die Verbreitung von Töpferwaren, so erkennt man keine Abgrenzung zwischen den Volksstämmen Europas. Die Volksstämme nördlich der Alpen hatten offenbar engen Kontakt untereinander. Das einheitliche Aussehen der Gebrauchskeramik trug einer Gruppe sogar den Namen ein, Glockenbecherleute. Einzelgräber und persönliche Grabbeigaben fanden so schnell Verbreitung, dass man von einem regen Austausch unter den verschiedenen Stämmen ausgehen kann. Diese Entwicklung führte zu einem Ideen und Materialaustausch quer durch Westeuropa, bei dem Wissen und Fertigkeiten ungeheuer schnelle Verbreitung fanden. In diesem Zusammenhang müssen wir heute Stonehenge sehen, als Markstein auf der Strecke zukunftsweisender Ideen und Innovationen. Wo auch immer sie herkamen, die Ideen, die zur Schaffung derart, monumentaler Bauwerke führten, müssen mächtiger und prägender gewesen sein als alles zuvor. Der Steinkreis von Avebury belegt das. Wall und Graben bilden einen Ring von über 400 m Durchmesser, indem etwa 160 riesige Steine standen, jeder an die 50 Tonnen schwer. Stonehenge steht mit seiner präzisen Konstruktion und den bautechnischen Raffinessen an der Spitze aller Monumente der Jungsteinzeit. Es ist nicht einfach nur ein Haufen Steine, einer über den anderen gelegt, es ist ein perfekt konstruiertes Bauwerk. Aber wie haben die Menschen von Stonehenge diese gewaltige Aufgabe gelöst, ohne Maschinen und ohne Metallwerkzeuge? Die Antwort lautet, mit einfachen Werkzeugen aus Hirschgeweih, wie Spitzhacke und Schaufel und sie hatten grenzenlos Zeit und Geduld. Einzigartig an Stonehenge ist ein Kreis aus 30, so genannten Sarsensteinen, die einen Ring aus liegenden Quadern tragen. Diese Steine passen sich im Bogen der Kreisform an. Im inneren dieses Kreises stehen die fünf Trilite, jeweils aus zwei Steinsäulen und einem quer liegenden Deckstein gebildet. Alle Blöcke wurden mit Steinwerkzeugen aus unregelmäßigen Felsblöcken gehauen. Die auf den Sarsenkreis liegenden Quader und die Decksteine der Trilite wurden durch Zapfen, Nuten und Federn in Position gehalten. Es gibt weit und breit absolut nichts vergleichbares, zu einem derartigen dreidimensionalen Verständnis, zur Planung und zu den enormen technischen Fähigkeiten findet sich keine parallele in Westeuropa. Das muss ungeheuer viel Zeit in Anspruch genommen haben, allein die Oberflächenbearbeitung mit einem Steinhammer und die Ausformung der Verbindungen hat schon eine halbe Ewigkeit gedauert. Man musste schon die Gewissheit haben etwas wirklich Wichtiges zu tun, was der Mühe wert war und man brauchte zumindest eine klare Vorstellung vom Endergebnis. Irgendjemand musste diese Vision haben. Visionen allein reichten für ein derartiges Unternehmen sicher nicht. Ohne fähige und engagierte Arbeiter hätte sich nichts bewegt. Betrachtet man Stonehenge, seine raffinierten Formen und den gewaltigen Aufwand, der zu seiner Errichtung notwendig war, so wird einem klar, hier brauchte es Vision, Führung und Arbeitskräfte im Überfluss.

Hat man in Stonehenge vielleicht auch den lunaren, weiblichen Kult vergöttert ohne gleichzeitig der Sonne, also der männlichen Gottheit den Rücken zu kehren? Mit Beginn des Ackerbaus nahm die Bedeutung der Sonne und die des Mannes stetig zu. War möglicherweise der Unterschied zwischen Mond und Sonne, Frau und Mann Auslöser für den Bau dieser prähistorischen Tempel? Prof. Sims glaubt an eine Epoche radikaler, gesellschaftlicher Umbrüche, in der die ursprüngliche Harmonie zwischen Sonne und Mond, beziehungsweise zwischen Männern und Frauen in einen schweren Konflikt mündete. Der Schlüssel zum Verständnis liegt im Lebensstiel der eiszeitlichen Jäger und Sammler bevor sie sesshaft wurden. Ein Lebensstiel, wie ihn noch heute die Kalahari – Buschleute führen. Die Geschlechter leben in perfekter Harmonie. Die Männer jagen, die Frauen kümmern sich um alles andere. In der Eiszeit bestanden die Familien meist aus Geschwistern und deren Kindern, es war eine Gemeinschaft von Gleichen, ohne Gewalt und die Anhäufung von Reichtum. Die Menstruationszyklen der Frau bezeugten ihre enge, spirituelle Beziehung zum Mond und stärkten ihren Einfluss. Frauen organisierten das Gemeinschaftsleben auf Erden, den Himmel regierte der Mond. Größere Jagten fanden vermutlich Nachts statt und weil das Überleben des Stammes vom Jagdglück abhing, war der Mond Führung und Inspiration für die Männer, ihm galt daher die Verehrung. Der Mond bestimmte den Lebensrhythmus. In hellen Mondnächten lieferte sein Licht einen klaren Jagdvorteil, die dunklen Mondphasen, um Neumond, waren Zeiten der Erholung und Paarung. Die Menschen lebten als Nomaden, ständig auf der Suche nach Nahrung, umfangreicher Besitz wäre dabei nur hinderlich gewesen. Ihre Bedürfnisse waren bescheiden und leicht zu befriedigen. Sie waren erstaunlich gesund und weitgehend frei vom sozialen Stress unserer Tage. Dann kam der Klimawechsel, das Eis wich zurück und mit ihm verschwanden die großen Tiere, die den Menschen über 10 000 Jahre ernährt hatten. Jetzt musste er in nur wenigen Jahrhunderten lernen, seine Nahrung selbst zu erzeugen und das war alles andere als einfach. Der Übergang zur Sesshaftigkeit bedeutete aber keineswegs weniger Stress im Leben der Jungsteinzeit. Die Menschen waren nun mit monotoner und ermüdender Arbeit konfrontiert. Sie betrieben Ackerbau nicht weil sie es wollten, um zu überleben hatten sie keine andere Wahl. Bei der Jagd kam es auf Teamwork und Erfahrung an, oft war sie spannend und aufregend und am Ende gab es Nahrung für jede und jeden im Überfluss. Jetzt aber war das Leben hart wie ein ausgetrocknetes Feld und ungefähr so aufregend wie eine Reihe Kohlköpfe. Eine Rübe zu ziehen gab nicht gerade einen Adrenalinstoss und genau so gesund wie einst waren sie auch nicht mehr, vielleicht durch die Zunahme an Kohlehydraten in der Nahrung oder durch die Nähe zu Haustieren. Untersuchungen an Knochenresten zeigen, dass die Lebenserwartung in der Jungsteinzeit deutlich zurückging. Das Land, also der mühsam gepflegte Ackerboden bekam auf einmal einen Wert und die Menschen entwickelten allmählich ein Gespür für Eigentum. Allein dies veränderte die Gesellschaft nachhaltig, eine Gesellschaft deren Vorfahren noch gemeinschaftlich gejagt und gesammelt hatten und denen Landbesitz unbekannt war. Wie aber wirkten sich diese elementaren Veränderungen auf unsere prähistorischen Vorfahren aus?

Waren Stonehenge und andere Monumente der Jungsteinzeit der Versuch die Vergangenheit der Mondverehrenden Jäger und Sammler wieder zurück zu holen? Die Menschen der Jungsteinzeit glaubten in diesen Monumenten eine Vergangenheit festhalten zu können, die unwiderruflich entschwand. Sie versuchten die Erinnerungen an eine rituelle Verehrung des Mondes  in diese Bauwerke zu binden, aber als Ackerbauern mussten sie jetzt dem Rhythmus der Sonne folgen. Vielleicht ist es so, das die Menschen ihre missliche Lage auf die Aufgabe des Mondkultes zurückführten und auf die Hinwendung zur Sonne, der jetzt erzwungener Maßen ihre Verehrung galt, hing doch der Ernteerfolg von ihr ab. Sie brauchten dringend Orientierung durch einen Führer, dem sie vertrauten, einen Zauberer, der sie durch sein Wissen über Sonne und Mond leiten und beruhigen konnte. Es scheint als hätten sie genau das gefunden. Dienten die großen Monumente also als Tempel, in denen die Priesterkönige bewiesen, dass sie die Wanderungen von Sonne und Mond voraussagen konnten und was hatte das Volk davon? Die Menschen, die nun Sklaven des Ackerbaus waren, brauchten jeden Trost, die Erinnerung an bessere Zeiten, in denen sie über tausende Generationen als freie Jäger und Sammler durch die Weiten Europas zogen, ihr neues Dasein zu akzeptieren. Die Rolle der Frau hatte sich drastisch gewandelt, der Mond gebot nicht länger über das Handeln der Männer. Der Ackerbau verlangte nach Sonne und diese neue Macht nahm die Männer in die Verantwortung, die Bedeutung der Frauen nahm gleichzeitig ab. Jetzt musste der Sonne gehuldigt werden, aber dieser Gott war launenhaft und unzuverlässig, Ernten konnten fehlschlagen. Doch die vielleicht größte Bedrohung ging von anderen Menschen aus, denn jetzt gab es Besitz, besonders das Land. Und wer etwas besitzt, dem kann man es streitig machen. Aus Nachbarschaftsstreits wurden Kämpfe, dann erbitterte Schlachten und schließlich ganze Kriege. Woher sollte der Hoffnungsstrahl kommen das die Welt wieder in ihre alte Ordnung findet. Wenn ein Priesterkönig das vermocht hätte, dann hätte er sein Volk wahrhaft beglückt und seine Machtstellung erheblich gefestigt.

 

 

Ist das der wahre Grund für den Bau von Stonehenge? Entstanden aus den Visionen der herrschenden Priesterkaste und höchstwahrscheinlich in der Erwartung eines bedeutenden Ereignisses. Wir können heute nur vermuten wie so ein Ereignis inszeniert wurde, aber so oder so ähnlich könnte es stattgefunden haben.

Wir sind im 21 Jahrhundert, vor Christus. Es ist kurz vor Sonnenuntergang am Tag der Wintersonnenwende, die längste Nacht steht bevor. Eine große Menschenmenge hat sich versammelt, um Zeuge des prophezeiten Schauspiels zu werden, das ihr Leben verändern soll. Die Masse vertraut auf die Herren der Zeit, die Regisseure des Schauspiels. Haben sie doch ihr Wissen schon öfter unter Beweis gestellt. Einige aus der ehrfürchtig wartenden Menge waren sogar bei der Errichtung des Tempels, der sich vor ihnen erhebt, mit dabei. Auf dem langen Prozessionsweg schieben sie sich in Richtung Tempel, immer in gebührendem Abstand hinter dem hohen Priester, dem ihre ganze Verehrung gilt. Etwa 70 Meter vor dem Tempel, bei einem großen Stein am Rande des Weges, gebietet der Priester der Menge zu warten. Von hier, vom so genannten Fersenstein aus, sollen sie das Spektakel, das unmittelbar bevorsteht, beobachten. Aus diesem Abstand sieht der Ring aus gewaltigen Sarsensteinen wie eine massive Wand aus. Bis auf ein winziges Fenster, das seitlich von den Pfeilern des großen Trilitons, oben durch einen der Decksteine des Sarsenrings und unten durch den Altarstein begrenzt wird. Durch dieses Fenster muss jeden Moment die untergehende Sonne aufblitzen. Der Priester setzt seinen Weg jetzt allein fort, bis er das Innerste des Tempels erreicht. Dabei ist er sich der Wirkung bewusst, die das einmalige Schauspiel auf die Wartenden hat. Hier und jetzt will er den Menschen demonstrieren, wozu er im Stande ist, die Kraft der Sonne zu bändigen. Seine Assistenten, die ihm gefolgt sind bleiben vor dem Tempel zurück, nur der hohe Priester darf das Innere des Heiligtums betreten. Am Abend vor der längsten Nacht des Jahres führt er sein Volk an, in der Lobpreisung der Dunkelheit, in der so viel überlieferte Erinnerungen an große Jagten und Abenteuern vergangener Zeiten wach werden. Die Sonne ist jetzt fast verschwunden, der Priester bereitet sich auf die Huldigung der Sonne vor, ein Tier wird geopfert. Als Symbol über das Ende der Vorherrschaft der Sonne, zumindest für dieses Jahr. Etwa eine Woche lang kann man nun vom Fersenstein aus die Sonne durch das Tempelfenster untergehen sehen. Diese Periode der langen Nächte und kurzen Tage gewährt den Menschen eine Erholung von der Mühsal des Ackerbaus. Draußen wartet die Menge auf das Wiedererscheinen des Priesters. Er weiß, dass dieser Abend nur ein kleiner Vorgeschmack auf das große Ereignis war. Er hat genau wie seine Vorgänger, die Stonehenge erbauten, noch einen viel größeren Trumpf im Ärmel. Ein Spektakel, das ein ganzes Jahr andauert. Die Menschen sollen lernen, die Beziehung zwischen Sonne und Mond buchstäblich in einem neuen Licht zu sehen. Nach jahrhunderte langen Beobachtungen wussten die Priesterkönige, das sich die nördlichen und südlichen Wendepunkte des Mondes mit der Zeit verschieben, ihnen war bekannt, dass sie einem Zyklus folgen, der gut 18 ½ Jahre dauert und, fast unglaublich, Stonehenge scheint dafür entworfen zu sein, das Licht des untergehenden Mondes ein ganzes Jahr lang, einmal pro Monat einzufangen. Und zwar in einem Fenster direkt oberhalb des Sonnenfensters, über den Decksteinen des Sarsenrings und unter dem Deckstein des großen Trilitons, und man sieht es ebenfalls vom Fersenstein aus. Jeweils für sechs Monate vor und nach der kleinen Mondwende scheint das Licht des untergehenden Mondes einmal im Monat durch dieses Fenster und zwar immer am südlichen Wendepunkt. Für das gläubige Volk war dies der Beweis, dass die Sonne den Lauf des Mondes lediglich nachahmte. Das konnte nur bedeuten, dass der Mond immer noch die Vorherrschaft am Himmel hatte. Er war es, der durch das obere Fenster schien, und nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Monat. Der Mond, Wegweiser und Schutzherr so vieler Generationen regierte nach wie vor am Himmel, in perfekter Harmonie mit der Sonne. Das Monument führt klar vor Augen, dass die Sonne den Mond imitiert und umgekehrt. Beide Gottheiten sind ein und das Selbe. Für die Priesterkönige war es wichtig den Menschen, die über Generationen dem Mond gehuldigt hatten, zu zeigen, dass die Sonne den Job ebenso gut erledigte wie der Mond. Dazu brauchten sie eine Einrichtung die das beweisen konnte, nämlich das die Sonne die gleichen Eigenschaften besaß wie der Mond. Sie wollten den Menschen die Hoffnung zurückgeben, indem sie sie überzeugten, das ihr überlieferter Mondkult auch in der neuen Welt des Ackerbaus noch immer Gültigkeit besaß. Es ist nur eine von vielen Theorien über Stonehenge, aber wenigstens eine, die zu den vorliegenden, archäologischen Befunden passt. Wie schon viele Generationen können auch wir Stonehenge auf unsere Weise sehen und jede Generation sieht das aus einem anderen Blickwinkel. Wir wissen, dass die Menschen der damaligen Zeit über perfekte Kenntnisse verfügten wie sich Sonne und Mond bewegten und sie waren außerordentlich geschickt, Bauwerke zu erschaffen, die diese Bewegungen sichtbar machen konnten. Es ist also gut möglich, dass sie Stonehenge genau zu diesem Zweck errichteten. Dies gilt für Stonehenge, wie auch für die anderen Monumente der Jungsteinzeit. In vielen finden wir Anordnungen und Vorrichtungen die der Beobachtung und vielleicht auch der Verehrung von Sonne und Mond gedient haben könnten. Wurden Sie alle an der Schwelle zur Neuzeit erbaut um ein Band zwischen der lunaren Vergangenheit und der solaren Zukunft zu knüpfen? Mit dem Aufkommen von Landbesitz ergaben sich ernsthafte Konflikte für die Gesellschaft. Suchten die Menschen deshalb nach einer Instanz, die ihnen Trost und Schutz gewähren konnte? Markieren diese Monumente also den Aufbruch in eine neue Zeit?

Stonehenge und Avebury wurden Anfang der Bronzezeit vollendet, die Jungsteinzeit war zu Ende. Das Zeitalter der Metallwerkzeuge begann, mit neuem Ackergerät und neuen Waffen. Ab jetzt herrscht ständig Krieg und gnadenloser Wettbewerb. Nur Priester hatten die Macht und den Einfluss, Menschen zur Errichtung derart genialer Monumente zu motivieren, Kathedralen der Steinzeit, die vor allem einem Zweck dienten, zu beweisen, dass man auf den Mond nach wie vor Vertrauen kann. Die großen Megalithen von Stonehenge, das zeigen auch Computerberechnungen, sind nicht nur exakt auf die untergehende Sonne ausgerichtet, sondern genauso auf den untergehenden Mond. Archäologische Funde aus ganz Europa beweisen, dass der Mond für unsere frühen Vorfahren ebenso wichtig war wie die Sonne und für einige der wichtigsten Kulturen ist er es immer noch.


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