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Staigue Fort

County Kerry - Irland

Immer wieder, wird man Wegzoll zahlen müssen für die Schönheit der Grünen Insel. Denn ihre unzähligen Grüntöne werden vom Regen gemischt, und dem wird man auch im Hochsommer überall begegnen. Aus regennassen Nebelschleiern wachsen die hellgrauen Mauern von Staigue Fort auf. Hinter einer Wand aus Sprühregen löst sich die präzise Mauerkrone des Ringforts in dem verwaschenen Grün der umliegenden Hügel auf. Schmatzende, volle Bäche durchziehen die Mooswiesen zu Füßen der Mauer, auf denen Fünffingerkraut und gelbe Pimpernellen blühen. Nahe dem Fort gibt es noch ein Haus. Sonst nichts als ein tiefer Himmel, der, einnehmend und unerbittlich, hinabdrückt auf die sanften Hügel im Nebel. Dennoch hat man  Staigue Fort nicht für uns allein, nicht einmal in feuchten, frühen Morgenstunden. Das besterhaltene Ringfort Irlands im Süden des Kerry-Rings ist leicht mit dem Auto zu erreichen und liegt nahe an der Hauptstraße. Und so muß man diesen außerordentlichen Platz, den die groben Mauern umschließen, teilen: mit regenschirmbewaffneten Urlauberpärchen, in der Nässe patschenden Kleinkindern und griesgrämigen Teenagern im Schlepptau besichtigungsentschlossener Eltern. Auch hier bleibt zu sagen,  hier sollte man hinkommen spät an einem irischen Sommerabend, wenn das letzte Licht erst um Mitternacht schwindet. Und dann still werden, still bis in die tiefsten Winkel seiner Seele - bis Du sie hörst, die wilde, klagende, unendlich schöne Musik der Sidhe. Die Sidhe sind das Geistervolk, das die raths bewohnt, die vielen tausend Festungsgräben und -gänge, die Hügelgräber und Grabhügel Irlands. Viele Wälle längst vergangener Ringforts wurden trotz ihrer störenden Lage mitten im fruchtbaren Ackerland nicht umgepflügt, weil die Bauern sich nicht mit den Geistern anlegen wollten. Denn jene sind die Nachfahren der Tuatha De Danann, jenes legendären Stamms, der in Irland herrschte, bevor die Kelten kamen und ihn unterwarfen. Einst soll er ein Volk von Riesen gewesen sein. Doch der Legende nach verloren seine Angehörigen mit abnehmender Bedeutung auch an Körpergröße - und zogen sich schließlich als Feenvolk endgültig unter das Erdreich zurück. In den Sagen der Kelten spielen die Tuatha De Danann eine wichtige Rolle. Merkwürdigerweise entwickelten die keltischen Eroberer eine innige Zuneigung und große Verehrung für das von ihnen ausgelöschte Volk. Seine Heldentaten wurden besungen und gepriesen, vielleicht weil Größe und Stärke des Verlierers letztlich auch dem Sieger zur Ehre gereichen. Ob die Mythen jedoch auf eine reale Existenz der Tuatha De Danann schließen lassen, verbirgt sich - wie so vieles - im Nebel längst vergangener Zeit. Die Kelten selbst haben keinerlei Aufzeichnungen für ihre Nachwelt hinterlassen. Nur die Schriften von Römern und Griechen geben Auskunft über das blonde, hünenhafte Kriegsvolk, das um 400 vor Christus auch nach Irland vordrang, nachdem es von Norden her den größten Teil Westeuropas überrannt hatte. "Das gesamte Volk", schrieb der griechisch-römische Historiker Strabo im ersten nachchristlichen Jahrhundert, "ist ganz verrückt darauf, Krieg zu führen, wagemutig und stolz und jederzeit bereit, sich in die Schlacht zu stürzen." Zu der Zeit, da die Mauern von Staigue Fort mit Leben erfüllt waren, existierten in Irland hundertfünfzig verschiedene keltische Königreiche. Wie Straßenbanden befehdeten sich die Inselstämme permanent untereinander. Ziel war neben der Befriedigung der religiös höchstsanktionierten Kampfeslust-denn der Tod auf dem Schlachtfeld galt bei den Kelten als Sinn und Erfüllung des Lebens - der Zugewinn von Vieh und Weideland. Nur fünf Prozent der Insel wurden kultiviert, und Viehzucht war die Hauptnahrungsquelle. Reichtum und soziale Stellung eines Mannes wurden an der Menge seines Viehs bemessen. Oberhaupt jedes Stammes war ein König, dessen Volk klein gewesen sein muß, da die gesamte Bevölkerungszahl auf der Insel während der Epoche weniger als eine halbe Million zählte. Kämpfende Kelten boten einen furchteinflößenden Anblick, wie wir aus Beschreibungen der Römer wissen. Mit emporgebürsteten Haaren, halbnackt und in blinder Wut stürzten sie sich in die Schlacht - wie tollgewordene Hunde. Dem besiegten Feind wurde der Kopf abgeschnitten und später über die Haustür gehängt. Um die Häuser der erfolgreichsten Helden entstanden hohe Schädelwälle. Offenbar wurde das menschliche Haupt als höchste Quelle spiritueller Kraft angesehen. Bei Ausgrabungen keltischer Stätten stieß man auf Köpfe in allen nur erdenklichen Ausformungen: in Tempelnischen; ausgegossen zum Zweck des rituellen Trankopfers; aus Stein gemeißelt. Janusköpfe auf Pfannen und Töpfen, auf Schmuckstücken und Münzen, auf Schwertschäften und auf den Seitenteilen der zweirädrigen Kriegswagen. Nach einer gewonnenen Schlacht fanden großartige Gelage statt. Die Sieger saßen auf Tierfellen, tauchten ihre blonden Schnurrbärte tief in Bier und Wein, verschlangen riesige Portionen Schweinefleisch und ließen ihre Heldentaten von den Poeten besingen. Diese, wie auch die Rechtsexperten und die Druiden, gehörten der Gelehrtenkaste an. Die weisen Druiden, deren Ausbildung bis zu zwanzig Jahre dauerte, standen im Rang sogar dem König nicht nach. Gleich wandernden Bibliotheken trugen sie das gesamte spirituelle Wissen der Kelten mit sich, denn alle Geheimnisse wurden nur mündlich weitergegeben, nichts durfte aufgeschrieben werden. Erst im 7. und 8. Jahrhundert nach Christus - als die Kelten überall in Europa geschlagen waren, begannen die zum Christentum bekehrten Mönche Irlands die Traditionen und Sagen, die Genealogien, Gedichte und Gesetze ihrer heidnischen Vorfahren aufzuschreiben. Das geschah wahrscheinlich unter dem Eindruck der Pest, die in der Mitte des 7. Jahrhunderts wütete und ihnen die menschliche Vergänglichkeit vor Augen führte. Aufgrund seiner inselbedingten Abgeschiedenheit und der Tatsache, daß die Römer, die sich in Großbritannien nur mit Mühe halten konnten, nicht mehr in der Lage waren, bis nach Irland vorzustoßen, blieb das keltische Erbe hier besser bewahrt als irgendwo sonst in Europa.
Man wird es merken, Reisende, wenn man wieder einmal kopfschüttelnd vor einem gälischen Straßenschild stehst. Oder wenn man zufällig an einem Hurlingfeld vorbeifährt und die Spieler dort mit ihren Keulen aufeinander eindreschen sieht. Dieses Spiel, in dem der Ball manchmal nur der Vorwand für ein Training der Waffenkunst und der Furchtlosigkeit zu sein scheint, wurde schon von den Kelten gespielt. Man sollte sich auf jeden Fall auch das kostbare "Book of Keils" (siehe Seite 72 und 74) im Trinity College von Dublin ansehen. In diesem kalligraphischen Meisterwerk haben die frühen irischen Mönche keltische und christliche Kunstelemente auf wunderbare Weise miteinander verschmolzen. Die Kunst der Kelten gilt spätestens seit der Entdeckung von hochentwickelten Waffen, Schmuckstücken und Statuetten am Schweizer Fundort La Töne im See von Neuchätel als Beweis für deren hohe Kultur. Expressionistische Ausdruckskraft wurde dem Volk bescheinigt, das für die Griechen und Römer der Inbegriff des Barbarentums war.

Quelle: Magisch Reisen - Irland, Sabine Korte / Mathias Weigold, Goldmann Verlag, ISBN: 3-422-12292-9


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