Germanische Mythologie aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 Zentrum der Germanischen Mythologie ist die Welten-Esche Yggdrasil, ein riesiger Baum, an dessen Wurzeln, Stamm, Ästen und Krone sich die neun Weltreiche anordnen:
Struktur des Weltenbaums
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Name |
Ort |
Bewohner |
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Asgard mit Walhall |
oberste Krone |
Asen |
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Lichtelfenheim |
tiefer in der Krone |
Lichtelfen |
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Midgard |
auf dem Boden in der Mitte |
Menschen |
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Niflheim |
auf dem Boden im Norden |
Hrimthursen ( Reif-Riesen ) |
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Muspellsheim |
auf dem Bodem im Süden |
Feuerriesen |
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Jötunheim |
auf dem Boden |
Riesen |
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Wanaheim |
auf dem Boden |
Wanen |
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Schwarzelfenheim |
unter der Erde |
Schwarzelfen |
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Hel |
noch tiefer unter der Erde |
Totenwelt |
Die Götter der Germanen lassen sich in zwei Gruppen aufteilen. In die Asen und die Wanen (nord. Vanir: "die Glänzenden") In der Mythologie lieferten sich diese beiden Göttergeschlechter einst einen Kampf und leben nun in einem durch Verträge und Geiseln gesicherten Frieden. Historisch handelt es sich vielleicht um den mystifizierten Kampf der beiden Völker aus denen die Germanen entstanden, den Indogermanen und den Hünengräber-Menschen, doch sind solche Völkerbündnisse auch später belegt (Römer und Sabiner, Angeln und Sachsen). Im germanischen Glauben gilt dieser Kampf als noch nicht abgeschlossen, denn die Geiseln und Verträge stellen ungelöste Konflikte dar, die sich schließlich in Ragnarök auflösen werden, nach dem eine neue Welt mit neuen Völkern entsteht. Fimbultyr ist ein mit dem Fimbulwinter verbundener Gott (vgl. auch Tyr). Zu den germanischen Göttern zählen unter anderem:
Wotan (Odin) Donar (Thor) Tiu (Ziu) Baldur Loki Njörd
Andere wichtige Gestalten: Die Riesen: In der germanischen Mythologie waren Riesen (auch Thursen oder Reifriesen genannt) meist bösartige, Menschen und Göttern gegenüber feindlich gesinnte, Wesen. Es wurde erwartet, dass sie in der Götterdämmerung (Ragnarök) gegen die von Odin geführten Götter kämpfen würden. Viele Götter stammten von Riesen ab. Sie wohnten in Riesenheim (Utgard). Viele Riesen verkörpern Naturkräfte wie Eis, Feuer, Wasser, Stein, Berg, oder die Gestirne. Es wird daher vermutet, dass es sich um eine ältere Schicht von Göttern handelt, die von den "jüngeren" Göttern neu eingewanderter Völker verdrängt und besiegt wurden. Sie ähneln damit vermutlich den griechischen Titanen. Tacitus berichtet in seiner Germania von den weit im Norden lebenden Völkern der Hellusier und Oxionen, Mischvölkern aus Menschen und Riesen, eine Annahme, die sich bis ins Mittelalter hielt.
Die Elfen: (auch Albe oder Zwerge genannt) sind mit den Riesen verwandte Geschöpfe, klein, meist von hässlicher Gestalt, jedoch intelligenter. Eine besondere Stellung nehmen die Lichtelfen ein, die gut gesonnen, schön, und den Göttern ähnlich sind. Eine weitere Art der Elfe ist der nordische Haus- bzw. Schiffsgeist Puk. Elfen (auch Elben, Alben) sind Fabelwesen (Lichtgestalten/Naturgeister), die ihren Ursprung in der germanischen Mythologie haben. Altnordisch heißen sie Alfar, angelsächsisch Aelf, dänisch Elve, lateinisch albus, deutsch eigentlich Elben. Die ältere Form "Alb" findet sich heute noch in Albtraum oder Albdrücken. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass ein Alb/Elbe auf der Brust des Schlafenden sitzt und so die erlebte Bedrückung auslöst. Die heute gebräuchlichere Form "Elf" gegenüber der ursprünglichen Form "Elb" hat sich wahrscheinlich durch englische Schriftsteller des 19. Jahrhunderts bei uns eingebürgert. Elben werden oft mit bestimmten Blumen in Verbindung gebracht, in denen sie leben sollen. Es finden sich daher in Märchenbüchern häufig Abbildungen von Elfen, die in Blütenkelchen hausen. In zahlreichen Sagen wird den Elben unterstellt, den Menschen Wechselbälger unterzuschieben. Als weibliche Form von Elf sind sowohl Elfe (Elbe) als auch, etwas seltener, Elfin gebräuchlich.
Die Nornen: Die Nornen (vom altnordischen nornir) sind in der germanischen Mythologie die Schicksalsgöttinnen Urd, Verdandi und Skuld. Sie entstammen dem Riesengeschlecht. Sie wohnen an der Wurzel der Weltenesche Yggdrasil an einem Brunnen, aus dem sie den heiligen Weltenbaum begießen und der nach der ältesten Norne Urdarbrunnen heißt. Sie haben nach einem Streit der Götter vor Urzeiten die Schicksalstafeln übernommen und seither lenken sie die Geschicke der Menschen und Götter, indem sie die Fäden des Schicksals spinnen und weben. Sie teilen allen Wesen Schicksal und Lebensspanne zu und sind die Wächterinnen des Fenriswolfes, der das Ende der Götter und Welt Ragnarök einleitet. Oft werden die Nornen mit den Walküren verwechselt, die wie sie zu den Disen gehören. Manchmal werden sie auch mit den Schutzgeistern fylgjur sowie den weisen Frauen volur und spåkonur vermischt. Die Dreiheit von Göttinnen des Schicksals ist ebenfalls in der römischen (Parzen), in der griechischen (Moiren) und der slawischen Mythologie (Zorya) bekannt.
Urd: Urd (auch Wurd, germ. Schicksal, Vergangenheit, die Spinnerin) ist eine der drei Schicksalsschwestern der germanischen Mythologie, die auch als Nornen bezeichnet werden. Die Halbgöttin Urd steht für die Vergangenheit. Sie ist zugleich auch diejenige der Nornen, die einer in der Welt der Nornen unter der Weltenesche Yggdrasil entspringenden Quellen ihren Namen gibt, nämlich der Quelle der Urd
Verdandi: Verdandi (auch Werdandi, nordisch werdend) ist die zweite der drei Schicksalsgöttinnen in der germanischen Mythologie. Sie repräsentiert in dieser Dreiheit von Göttinnen die Gegenwart. "Schicksal" entspricht im angelsächsischen Raum dem Wort Wyrd und ist vergleichbar mit der griechischen Moirae oder der römischen Parcae.
Skuld: Skuld (nordisch Schuld, Zukunft) ist die jüngste der drei Nornen in der germanischen Mythologie. Sie steht für die Zukunft und wurde von den Germanen ehrerbietig um Weissagung gebeten. Ändern kann man das Schicksal nicht, das die Nornen zuteilen, man kann ihren Spruch nur akzeptieren, annehmen und danach leben
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