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Heiden Feiertage

Keltischer Jahreskreis

Viele der keltischen Jahreskreisfeste wurden zur Grundlage christlicher Feiertage mit oft ähnlicher oder gleicher Thematik. Es wird davon ausgegangen, dass die christliches Missionare im germanischen Kulturbereich auf diese Weise versuchten, den 'heidnischen' Glauben in eine christlich akzeptierte Richtung umzubiegen. Einige der Feste wie zum Beispiel Heiligabend sind daher wohl auch nicht auf den gleichen Tag, wohl aber in unmittelbare Nähe der ursprünglichen Festtage gelegt worden, um die Aufmerksamkeit vom alten Glauben abzulenken.
Das Denken und die Kultur des vorchristlichen Europa wurde stark durch ein unmittelbares Naturerleben geprägt. Wie die meisten naturverbundenen Völker erlebten Kelten und Germanen den Verlauf der Zeit eher als zyklisch, kreisförmig denn als linear wie die Menschen in den modernen Gesellschaften. Der Lauf der Jahreszeiten und der Wandel der Gestirne waren Orientierungspunkte für das persönliche und gesellschaftliche Leben. Ausdruck dieses Erlebens ist der keltische Jahreskreis mit seinen wiederkehrenden Festen im Sonnenjahr, die zugleich religiöse und profane Bedeutung hatten. Das Dasein der Menschen folgte diesen Stationen und jeder Abschnitt bot Interpretationen und Ratschläge für das persönliche Identitätserleben, das Zusammenleben der Menschen sowie auch für die Ausübung von Landwirtschaft und Handwerk.



Die Symbolik des Jahreskreises enthüllt eine umfassende Kosmologie, in der Himmelsrichtungen (Raum), Jahreszeiten (Zeit) und Wesenheiten auf unterschiedlichen Ebenen vom Elementarreich zum Beispiel der Elfen und Zwerge über Steine, Pflanzen, Tiere und das Reich der Menschen bis zu Göttern und Göttinnen miteinander verwoben ein lebendiges einheitliches Sein bilden. Die Einheit allen Lebendigen beruht vor allem auf dem Gleichgewicht der Kräfte, wie sie sich in der ebenbürtigen Dualität zwischen Tag und Nacht, Sonne und Mond, männlich und weiblich und so weiter ausdrückt. So enthält der Jahreskreis einen Sonnenkreis mit den vier Kardinalpunkten des Sonnenstandes (Tief- und Höchststand, die Sonnenwenden, und die beiden Tag- und Nachtgleichen) und einen Mondkreis, der die Eckpunkte des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens markiert: der keltische Jahresanfang 31. Oktober/1. November, die Wiederkehr des Lichtes, der Zeit der Reinigung 1./2. Februar, die Zeit der Fruchtbarkeit 30. April/1. Mai und der Beginn der Ernte 1./2. August.
Die Zuordnung der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft zu den Richtungen und Abschnitten im Kreis ist eine weiterer Ausdruck der harmonischen Balance der Kräfte.
Dass die Kelten den Mondzyklus nicht geringer achteten als den Sonnenkreis, ihn sogar als grundlegend für das Leben betrachteten, lässt sich auch daran erkennen, dass der Jahresbeginn durch ein Mondfest markiert wird. Ebenso beginnt für die vorchristlichen Kelten ein Tag mit dem Sonnenuntergang des – für uns vorhergehenden – Tages, so dass, wie im Ebryonalzustand, das Leben stets zuerst eine dunkle Phase durchlebt, ehe es in voller Kraft ans Licht tritt. Das Aufeinanderbezogensein allen Lebens stellt ein Grundelement des keltischen Denkens dar und ist im Jahreskreis in vielen Dimensionen nachvollziehbar. Der keltische Geist steht mit dieser Weltsicht nicht allein. Auch andere Völker kennen die Radsymbolik. Wir finden sie in Form des östlichen Mandalas oder des indianischen Medizinrades. Immer wurden mit diesem Symbol Interpretationen des Lebens und seiner Abläufe zwischen Geburt und Tod bzw. Tod und Geburt zur Verfügung gestellt, die als grundlegende Raster Wahrnehmung und Denken der Völker strukturierten.


Die keltischen Jahresfeste:
Samhain – Halloween 31.10./1.11.
Das erste Fest im Jahreskreis ist Samhain. Viele feiern es am Schwarzmond nach Mabon, während die Sonne das Tierkreiszeichen des Skorpions passiert, andere legen das Datum auf die Nacht zum 1. November. Samhain oder Halloween ist das keltische Neujahr. Die Kelten und auch die Germanen teilten das Jahr früher in Mondmonate ein. Ein Monat begann mit Neumond, dem ersten dünnen Sichelmond nach Schwarzmond, der Mondphase, in der der Mond, aufgrund des Neigungswinkels der Erde, nicht zu sehen ist. So kennzeichnet Samhain das Ende des alten Jahres und den Beginn des neuen. Das Alte stirbt und daraus entsteht etwas Neues. Dieser Tag erinnert uns daran, daß Leben und Tod die zwei Seiten einer Medaille sind: Ohne den Tod gäbe es kein Leben, ohne Leben keinen Tod. Aus diesem Grund gedenkt man an Samhain auch der Toten, besonders der eigenen Ahnen, die ja nach altem Glauben die Familie beschützen und ihr mit Ihren Ratschlägen zur Seite stehen. Den Toten des vergangenen Jahres gedenkt man noch nicht, da ihr Tod noch nicht lange genug zurück liegt. Sie brauchen mindestens ein Jahr, um sich von ihrem diesseitigen Leben zu trennen, auf die "andere Seite" hinüberzugehen und sich dort "einzurichten". Durch die Kontaktaufnahme zu ihnen oder ein Nicht-gehen-lassen-wollen infolge übermäßiger Trauer und Nicht-akzeptierenkönnens, halten wir sie unnötig lange in dieser Welt fest und nehmen ihnen die Möglichkeit, in Frieden zu gehen. Ihnen kann man an Samhain des übernächsten Jahres gedenken, wo sie dann auch feierlich in den Kreis der zu verehrenden Ahnen aufgenommen werden können. Aber nicht nur den Toten selbst ist dieses Fest gewidmet, sondern auch den Totengöttern, die die Toten in ihrem Reich willkommenheißen und unter deren Schutz sie stehen. Im germanischen Sprachraum ist hier die Hulda, Holle oder Hel bekannt, eine Form der Erdgöttin in ihrer Gestalt als Herrscherin über das Totenreich. In anderen Gegenden wird sie auch Bercht oder Perchta, die Bergende, genannt. Ihr können an diesem Tag auch Opfer (in Form von Naturalien, Rauchwerk, Kerzen, oder ähnlichem) gebracht werden. Auch Wotan und Freyja, die ebenfalls über die Toten herrschen, kann an diesem Tag geopfert werden. Bei den Menschen der früheren Zeit war Samhain übrigens der Zeitpunkt, an dem das Vieh geschlachtet wurde, das man nicht über den Winter bringen konnte. Dieses Fleisch wurde geräuchert, gepökelt oder sonstwie haltbar gemacht, um während des langen, kalten Winters als Nahrung zu dienen. Natürlich erhielten auch die Götter und Ahnen einen Anteil. An Samhain sind die Grenzen zur Anderswelt besonders durchgängig. Daher ist dies auch die Zeit der schamanischen Reisen in die Totenwelt, meistens mit dem Ziel, Wissen zu erlangen, - die Zeit der schamanistischen Initiationen und die der Orakel, bei denen auch die Toten / Ahnen direkt befragt werden können.


Jul – Mittwinter, Wintersonnenwende 20.–23.12.
Das nächste Fest im Jahreskreis ist Jul, das Mittwinterfest. Die Wintersonnenwende ist meistens am 21. Dezember, kann sich aber auch schon mal um einen Tag verschieben. Vor der Kalenderreform war das Datum der Wintersonnenwende übrigens am 24. Dezember. Dieses Fest ist eines der sogenannten Hochfeste, da hier des wiederkehrenden Lichtes gedacht wird. Für die Menschen der früheren Zeit war es nämlich sehr ungewiß, ob die Sonne wieder an Kraft gewinnen und es erneut Frühling werden würde. In der Edda findet sich der Hinweis auf das "Ende der Welt", die Götterdämmerung, die durch drei aufeinanderfolgende Winter, den sogenannten Fimbulwinter, eingeleitet wird. Daher betrachteten die alten Germanen diesen Tag auch mit gemischten Gefühlen. Es ist die Zeit der tiefsten Finsternis, der längsten Nacht. Die Kraft der Natur hat sich in sich zurückgezogen und wartet auf Erneuerung). Scheinbar ist kein Leben mehr in ihr, bis auf die immergrünen Gewächse, die auch deshalb eng mit der Symbolik dieses Festes verknüpft sind. Der "Atem der Welt" steht still, und mitten in dieser Ungewißheit findet die große Wende statt, die große Göttin gebiert das Sonnenkind, den Sonnengott in seiner Gestalt als Neugeborenes. Nach diesem entscheidenden Tag werden die Nächte wieder kürzer und die Tage länger, das Licht hat über die Finsternis gesiegt. Kein Wunder also, daß es der Kirche nicht gelang, dieses wichtige heidnische Fest auszurotten, so daß sie es umdeuten und übernehmen mußte. Aus der Geburt des Sonnengottes durch die Große Mutter wurde die Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria. Auch der Tannenbaum, der die Menschen daran erinnerte, daß die scheinbar tote Natur doch noch lebt, und der grüne Kranz, als Symbol des immerwährenden Kreislaufes der Natur, wurden von der Kirche übernommen und umgedeutet. Nach dem Fest der Wintersonnenwende folgen die zwölf Rauhnächte, in denen, nach altem Glauben, das wütende Heer oder die wilde Jagd über den Himmel zieht. Je nach Deutung handelt es sich hierbei um den Gott Wotan mit seinen Einherjern oder um die Göttin Frau Holle mit ihrem Gefolge. Fest steht, daß es sich bei diesem Heer um die Seelen von Verstorbenen / Ahnen handelt. Deshalb stellte man früher auch während dieser Zeit einen Teller mit Nahrung nach draußen, damit sich die Seelen daran stärken konnten, und als Dank dafür erwartete man Hilfe im neuen Jahr. Die zwölf Rauhnächte symbolisieren auch das gesamte Jahr, wobei jede Nacht einem bestimmten Monat und dem entsprechenden Tierkreiszeichen zugeordnet wird. Der Monat Dezember mit dem zugehörigen Sternzeichen Steinbock macht den Anfang. Der Beginn der Rauhnächte ist übrigens am 25. Dezember, das Ende am 5. Januar. Am 6. Januar wurden die Häuser gereinigt; durch Räucherungen sollten alle Geister des vergangenen Jahres verjagt werden. Danach wurden die Häuser durch magische Zeichen, die man an der Eingangstür anbrachte, geschützt. In der christlichen Tradition ziehen am 6. Januar Kinder, als die heiligen drei Könige verkleidet ( Caspar oder Kaspar, Melchior und Baltarsar), von Haus zu Haus und versehen auf Wunsch die Eingangstür ebenfalls mit (magischen ?) Zeichen, die das Haus das ganze Jahr vor Unheil schützen sollen, rechts und links von den Zeichen steht dann die Jahreszahl z.B.(20+C+M+B+04). Vor allem im süddeutschen und alpinen Raum wird am 6. Januar dieses Fest, als das Frest der "Heiligen Drei Könige" - Kaspar, Melchior und Baltarsar - gefeiert. Deren Namensinsignien K-M-B, sieht man in den Segenssprüchen über mancher Haustür, diese sind identisch mit denen der heiligen drei Frauen Katharina, Margaret und Barbara, die christliche Version der drei Nornen. Die Nornen waren in der germanischen Mythologie die Vollstrecker des Schicksals, Symbol für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In ihnen lagen Anfang und Ende, Aufblühen und Verblühen, die Grenzen allen Lebens verschlossen, sie existierten von Anbeginn an und standen noch über den Göttern. Die drei Nornen zeigen deutlich den Sinngehalt der Zeit nach Weihnachten, dem Fest der Lichtgeburt. Das Leben pulsiert noch im Verborgenen, die große Göttin Hel - Holla, Berchta, Percht - hütet es in ihrem unterirdischen Reich. Hier herrschen Dunkles und Helles nebeneinander. Frau Percht erscheint doppelgesichtig, in häßlicher Fratze vorderseits und leuchtend in Sonnengestalt am Hinterkopf. Die Janusköpfigkeit der Erdgöttin - gefahrbringend und segenspendend - symbolisiert exakt den Übergangscharakter der Julzeit. Frau Percht tanzt und dreht sich im Kreis und verlebendigt dabei beide Seiten. Ihre Begleiter sind "schiache" Perchten, fürchterliche Gestalten, welche die feindlichen Kräfte verkörpern. Diese Wesen durchgeistern bereits seit Wochen die dunkle Zeit, ob als Kramperl mit dem Nikolaus, im Gefolge des Schimmelreiters oder als "Klöpflesänger" in Wotans wildem Heer. Nun - am 6. Januar - kommt Frau Percht als Mächtigste dazu. Ihre Licht-Seite bringt Hoffnung und Zuversicht auf die Bändigung und Überwindung des Chaos der Unterwelt - auch in uns. Aus Tod gebiert sich neues Leben.


Imbolc / Brigid – Lichtmess 1./2.2.
Das dritte Fest im Jahreskreis ist Imbolc, das sie am Neumond (erste schmale Mondsichel nach Schwarzmond) nach Jul feiern, während die Sonne durch das Tierkreiszeichen des Wassermanns wandert. Andere begehen dieses Fest am 2. Februar. Imbolc ist auch unter dem Namen Brigid bekannt, weil an diesem Tag der dreifaltigen, keltischen Göttin Brigid gedacht wird. Sie ist übrigens die einzige europäische Göttin, die Eingang in den haitianischen Voodoo gefunden hat, vermutlich durch den Einfluß irischer Seeleute. In Haiti wird sie unter dem Namen Maman Brigitte verehrt und ist dort als Herrin / Hüterin der Toten bekannt.
Die katholische Kirche machte aus der keltischen Göttin Brigid die heilige Brigid, deren Gedenktag ebenfalls am 2. Februar gefeiert wird. Imbolc ist die Zeit des wiederkehrenden Lichtes, die Tage werden jetzt spürbar länger. Die Göttin, die den Winter über die Herrin der Unterwelt war, kehrt jetzt zurück. Die Natur beginnt sich zu regen. Schneeglöckchen brechen durch die Erdoberfläche und zeigen damit das nahe Ende des Winters an. Doch noch herrschen die kalten Temperaturen vor, und meistens liegt um diese Zeit noch Schnee, der Winter will sich noch nicht verabschieden, er muß vertrieben werden. Deshalb verbrannten die Menschen der früheren Zeit während dieses Festes eine Strohpuppe, die den Winter darstellen sollte. Mit viel Lärm und Maskeraden wurden die unfruchtbaren (bösen) Geister des Winters, der dunklen Jahreszeit, vertrieben, um den fruchtbaren (guten) Kräften Platz zu machen. Der Göttin Freyja, als Verkörperung der lebensspendenden Erde, wurden Opfer dargebracht. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtete in seinem Werk Germania über einen Umzug der Meeresgöttin Nerthus, der Mutter der Erdgöttin Freyja, mit einem Wagen. Überall, wo die Göttin vorbeikam, herrschten Friede und ausgelassenes Feiern. Auch heute noch feiern wir im Februar/März ein Fest, bei dem Umzüge mit Wagen und Masken eine große Rolle spielen. Es ist das Überbleibsel dieses alten heidnischen Festes und nennt sich Fastnacht oder Karneval. Allerdings ist durch die Umdeutung der Kirche der ursprüngliche Sinn dieses Festes nicht mehr erkennbar. Heute ist Fastnacht das Fest, das die Fastenzeit einleiten soll, die bis Ostern geht, um der Leiden des Religionsstifters Jesus zu gedenken, der, nach christlichem Glauben, an Ostern wiederauferstehen soll. Was dann allerdings der Vollmond, der im Heidentum eine große Rolle spielt, mit der Berechnung eines christlichen Festes und der einleitenden Fastenzeit zu tun haben soll, ist doch recht unklar.

Ostara – Frühlings-Tagundnachtgleiche 20.–23.3.
Das vierte Fest im Jahreskreis ist Ostara, die Frühlingstagundnachtgleiche. Das Fest findet um den 21. März statt. Es ist der jungfräulichen Göttin Ostara, oder Eostra, gewidmet, ein Aspekt der Göttin Freyja, die zu diesem Zeitpunkt zur Frau wird. Auch des ungestümen, jugendlichen, fruchtbaren, wilden Gottes, dessen Brautwerbung um die Göttin zu dieser Zeit beginnt, wird gedacht. (Das Alter der Gottheiten entspricht dem Lebensalter der Menschen, die in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werden.) Die Natur zeigt überall Leben und an Bäumen und Sträuchern werden die ersten Blattknospen sichtbar. Ostara ist aber nicht nur das Fest, an dem der endgültige Sieg des Frühlings über den Winter gefeiert wird, es ist auch ein Fruchtbarkeitsfest. Die Menschen der früheren Zeit begannen um diese Zeit mit dem Fruchtbarmachen der Felder, und bei vielen Tieren findet um diese Zeit die erste Brunft statt. Auch wir Menschen werden jetzt von "Frühlingsgefühlen" beherrscht. Ein Symbol für die Fruchtbarkeit ist übrigens der Hase, der als Tier der Göttin Ostara verehrt wurde, ein anderes Fruchtbarkeitssymbol sind rote Eier, die anläßlich dieses Tages an liebe Freunde und Verwandte verschenkt wurden. Das Ei ist aber auch ein Symbol für die Hoffnung auf die Erneuerung des Lebens, die sich im Frühjahr ankündigt. Ein weiteres Symbol, das an diesem Tag eine große Rolle spielt, ist das Ostarafeuer als Abbild der Sonne. Die Feuer wurden auf den Hügeln entzündet, und man glaubte, daß die Kraft der Sonne und der Segen der Götter dadurch auf die Felder übertragen wurden, die im Schein der Feuer lagen. Durch diese Feuer sprangen auch die Menschen, um sich vor bösen Mächten zu schützen (böse bedeutete früher: "dem Leben entgegengesetzt, unfruchtbar machend"). Mancherorts wurden auch die Herden zwischen zwei Feuern hindurchgetrieben. Bei dem Sprung über das Ostarafeuer galt es als ein gutes Zeichen, wenn man möglichst hoch sprang, fiel man hingegen hin, war dies ein schlechtes Omen, da man sicher sein konnte, noch im selben Jahr sterben zu müssen. Die Reste des Ostarafeuers, die Holzkohle, nahm man mit nach Hause, da sie ein gutes Mittel gegen Blitzschlag sein sollte, weil der Brauch des Ostarafeuers eng mit dem Gott Thor verknüpft war, der, unter anderem, auch als Donner- und Blitzgott verehrt wurde/wird. Idealerweise feiert man das Ostarafest im Freien, in einem Park, auf einer Wiese oder" auch im Garten.


Walpurgisnacht – Beltaine 30.4./1.5.
Das nächste Fest im Jahreskreis ist die Walpurgisnacht oder Beltaine. Es ist übrigens das einzige heidnische Fest, von dem noch das meiste Brauchtum unverfälscht überlebt hat. Die meisten feiern Beltaine in der Nacht auf den 1. Mai, wir feiern das Fest am Vollmond nach Ostara, während die Sonne das Tierkreiszeichen des Stiers passiert. Beltaine ist ein Fruchtbarkeitsfest. An diesem Tag vereinigt sich der Gott mit der Göttin, und die Menschen der früheren Zeit feierten an diesem Tag ein großes Fest zu Ehren der Götter, die durch ihre Vereinigung die Fruchtbarkeit auf die Erde brachten. Auch heute noch feiern die Menschen in der Nacht auf den 1. Mai in vielen Orten ein großes Fest. Am Tag darauf wird dann der Maibaum aufgerichtet, dessen Symbolik eindeutig auf die Vereinigung von Mann und Frau, Himmel und Erde, Gott und Göttin hinweist. Der Baum selbst ist der Phallus, der den Kranz, die Vulva, durchstößt (wenn die Leute wüßten, was sie da alljährlich aufrichten ...). In seiner ursprünglichen Funktion war der Maibaum höchstwahrscheinlich ein Fetisch, der durch seine bloße Anwesenheit für Fruchtbarkeit unter Menschen, Tieren und auf den Feldern und in den Gärten sorgen sollte. Im Volksglauben ist die Walpurgisnacht die Nacht, in der die Hexen zu ihren Versammlungsplätzen fliegen (in alten Kulturen war und ist das Fliegenkönnen eine Fähigkeit der Schamanen), um dort dem Teufel in Gestalt eines Bockes (der Bock ist ein Tier des Gottes Thor, der auch ein Vegetationsgott ist) oder einer schwarzen Katze (die Katze ist ein Attribut der Göttin Freyja, der Erdgöttin) zu huldigen. Der Teufel selbst ist, in dieser Ausprägung, eine Erfindung der Kirche des ausgehenden Mittelalters. Früher glaubte man nicht an eine Existenz des Teufels, da die Heiden keine Dualitäten von Gut und Böse kennen. Für sie waren beide Seiten untrennbar miteinander verbunden und können ohne das andere nicht existieren. Ihre Götter sind weder nur gut noch nur böse, da sie die Natur repräsentieren. Ist das Meer gut, weil es uns mit Fischen und anderer Nahrung versorgt, oder ist es böse, weil durch schweren Seegang oder Sturmfluten schon etliche Menschen den Tod gefunden haben?. Die Walpurgisnacht ist auch die Nacht, in der viele Hexen / Heiden das Ritual der Heiligen Hochzeit vollziehen.


Litha – Mittsommer Sommersonnenwende 20.–23.6.
Das sechste Fest im Jahreskreis ist Litha, die Sommersonnenwende, die um den 21. Juni herum stattfindet. Es ist der längste Tag, der Sonnengott ist auf dem Höhepunkt seiner Macht. Nach diesem Tag nimmt seine Kraft immer weiter ab. Auch die Natur ist jetzt voller Leben, auf den Feldern wächst das ausgesäte Getreide heran, viele Heilkräuter stehen jetzt in voller Blüte und werden in der Zeit von Litha geerntet. Die Menschen der früheren Zeit feierten am Abend vor diesem Tag den Sonnengott und brachten ihm zu Ehren Opfer dar. Die Feier dauerte die ganze Nacht, und morgens wurde die aufgehende Sonne begrüßt. In die Wand der Altarnische der "Höhenkapelle" auf den Externsteinen ist ein kreisrundes Loch gemeißelt worden, durch das am 21. Juni die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne fallen. Feuer wurden auf den Hügeln entzündet und in der Dämmerung rollte man, mit brennendem Stroh umwickelte, Wagenräder ins Tal, um zu symbolisieren, daß von nun an die Kraft der Sonne Tag für Tag schwächer werden würde und sich der Sonnengott immer mehr dem Zeitpunkt näherte, an dem er die Reise in die Unterwelt antreten sollte. In der Edda kündigt sich der bevorstehende Tod des Sonnengottes Baldur durch Träume an, die diesen heimsuchen. An Litha wird das Leben in seiner vollen Blüte gefeiert, aber auch des Todes gedacht, der immer, besonders auf dem Höhepunkt des Lebens, allgegenwärtig ist, da Leben und Tod zwei Seiten einer Medaille sind. Sie sind untrennbar miteinander verbunden in einem Kreis, der kein Anfang und kein Ende hat. Litha ist auch ein Fest, an dem die Menschen an der Fruchtbarkeit und Lebenskraft der Natur teilhaben können. Es ist ein guter Zeitpunkt, alles loszuwerden, was einen bedrückt. Durch einen reinigenden Sprung durch das Feuer werden, nach altem Glauben, negative Energien neutralisiert.


Lammas / Lughnasadh – Kräuterweih 1./2.8.
Das siebte Fest im Jahreskreis ist Lughnasad oder das Schnitterinfest. Wir feiern dieses Fest am abnehmenden Mond nach Litha, während die Sonne durch das Tierkreiszeichen des Löwen wandert, die meisten Hexen / Heiden jedoch am 1. August. Lughnasad ist ein Name aus dem Keltischen. Das Fest ist dort dem Sonnengott Lugh gewidmet. Lughnasad ist die Zeit der beginnenden Ernte der Feldfrüchte. Der Sonnengott, in Gestalt des Kornkönigs, hat seinen Zenit überschritten und macht sich bereit für seine Reise in die Unterwelt. Sie ist die große Schnitterin, die schwarze Göttin, die den Tod bringt. Sie ist die bergende, schützende, dunkle Mutter, in deren Arme die Toten zurückkehren und aus deren Schoß wieder neues Leben geboren wird. In alter Zeit glaubten die Menschen daran, daß eine neue Seele aus der Unterwelt geholt werden müßte, damit ein Kind geboren werden konnte. In einigen Orten hatten die Hebammen diese Aufgabe. Diese holten, so glaubte man, vor der Niederkunft einer Frau die Seele aus Höhlen, Brunnen oder Quellen. An solchen Stellen liegt im Volksglauben der Eingang zur Unterwelt, über die Frau Holle gebietet. An diesem Fest war es wichtig, den Segen der Götter für die beginnende Ernte zu erbitten, für eine möglichst regenfreie Erntezeit, denn wenn das Getreide naß wurde, konnte es nicht eingebracht werden und verfaulte auf den Feldern. Deshalb war es wichtig, Donar / Thor, den Donnergott, gnädig zu stimmen, denn er war auch für den Regen zuständig. Für uns ist es die Zeit, darum zu bitten, daß wir unsere Vorhaben, deren "Samen" wir im Frühjahr "gesät" haben und die jetzt "Früchte" tragen, zu Ende führen können, um die' "Früchte" unserer Arbeit zu genießen. Es ist auch die Zeit, uns bei Mutter Erde dafür zu bedanken, daß sie uns ernährt. Leider nehmen wir heutzutage viele Dinge als selbstverständlich hin.

Mabon – Herbst-Tagundnachtgleiche 20.–23.9.
Das achte Fest ist Mabon, die Herbsttagundnachtgleiche, die um den 22. September herum stattfindet. Zu dieser Zeit sind die Feldfrüchte schon geerntet und eingebracht, die Stoppeln werden untergepflügt. Das grüne Laub der Bäume ist durchsetzt mit gelben Blättern. Die Nächte sind jetzt spürbar länger, und die ersten Herbststürme fegen über das Land. Tagsüber kann es noch sehr warm sein, aber die Nächte werden allmählich kühler. Sie ist jetzt die Herrin der Unterwelt, die schwarze Göttin, die über die Toten wacht, aber als Totengöttin verfügt sie auch über das gesamte Wissen der Toten, das macht sie zur weisen Alten. Er ist das Opfer, das gebracht werden muß, um neues Leben entstehen zu lassen. Seine Kräfte schwinden, der Sonnengott, in der Gestalt des Kornkönigs, ist auf dem Weg zur Unterwelt, wo wieder die Vereinigung von Göttin und Gott stattfindet und beide über das Totenreich herrschen. In der Edda wird berichtet, daß sich Freyja und Wotan die Toten teilen.


Quellen:
Keltische Jahresfeste, Varuna Holzapfel, Smaragd Verlag, ISBN: 3-934254-24-1
Die geweihten Nächte, Björn Ulbrich und Holger Gerwin, ArunVerlag,
ISBN: 3-927940-52-6


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