( PINUS SYLVESTRIS
)
BOTANISCHE
CHARAKTERISTIK
Die Kiefer ist ein Pionierbaum. Er stellt weder an Boden
noch ans Klima besondere Ansprüche, er passt sich an und ist nützlich, auf alles
vorbereitet und übersteht alles. Vor mehr als zehntausend Jahren bedeckten
riesige Kiefernwälder fast ganz Europa.
ERSCHEINUNGSBILD
Der Umriss einer Kiefer bildet ein Dreieck, allerdings nur
bei jüngeren Exemplaren. Im Alter verliert dieser Nadelbaum, der leicht 30 Meter
hoch werden kann, seine ursprüngliche Form. Quirlständig gehen die krummen,
kurzen Äste vom Stamm ab, der sich eher neigt. Die Rinde ist zunächst grau oder
graubraun, bekommt dann einen Rosaton und wird im hohen Alter von tiefen Furchen
in einzelne Platten zerschnitten. Die Blütezeit der Kiefer dauert von April bis
Mai. Die (weiblichen) Zapfen sitzen entweder vereinzelt oder in Zweier- und
Dreiergruppen auf kurzen Stielen. Sind sie reif, werden sie dunkelbraun (manche
fast schwarz) und bis acht Zentimeter lang.
STANDORT
Die Kiefer mag fast trockene, basenarme und lockere Böden.
Jedoch wächst sie auf Lehm genauso gut wie auf Sand- oder Kalkböden.
VORKOMMEN
Von allen Kiefernarten in Europa belegt die Pinie das
größte Siedlungsgebiet. Sie ist von Lappland bis Spanien, im Osten bis Sibirien,
im Flachland und bis in Höhen von 1300 Metern verbreitet und hat dabei enorm
viele Formen ausgebildet. In den trockenen Wäldern in Südosteuropa hat sich vor
allem die Schwarzkiefer durchgesetzt, die ebenfalls viele Formen hervorgebracht
hat. Von der Föhre unterscheidet sie sich durch glänzende, gelbbraune Zapfen und
ihre Nadeln sind von extremem Dunkelgrün gegenüber denen der graugrünen
Föhre.

BESONDERHEITEN
Kieferngewächse bilden die wohl größte und älteste
Pflanzenfamilie.
DIE KELTISCHE DEUTUNG
Von den Kelten wurde die Kiefer Feuerbaum genannt und Feuer
war gleichbedeutend mit Überleben. Aber die Kiefer war ihnen auch Symbol der
Vorsorge, der Selbstkontrolle, des praktischen Verstandes - das Licht der reinen
Vernunft.
DIE
KIEFER-GEBORENEN
( 24. AUGUST BIS 2. SEPTEMBER
UND
19. BIS 29. FEBRUAR
)
KURZCHARAKTERISTIK: Zuverlässig, anpassungsfähig, vorsichtig, ökonomisch,
selbstsicher, einfühlsam. IHR MOTTO: Ich überlebe!
IHRE
STÄRKEN
Kiefer-Menschen wissen ganz genau, was sie wollen. Sie
stehen mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen, statt Luftschlösser zu
bauen. Ihr Grundbedürfnis ist eine sichere Daseinsgrundlage. Sie streben danach,
ihr Leben vernünftig zu ordnen, überschaubar zu machen und Irritationen so weit
es geht auszuschalten. Kiefer-Geborene sind verantwortungsbewusst, gewissenhaft,
strebsam und haben ein sehr ausgeprägtes Zweckdenken. Sie beobachten scharf,
nehmen feinfühlig auch kleinste Details wahr und passen sich klug an. Ihr
Handeln ist immer überlegt, vorsichtig und ökonomisch. Und schließlich zeigen
sie ein beachtliches Organisationstalent.
IHRE
SCHWÄCHEN
Wenn die Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit der
Kiefer-Geborenen zur Pedanterie wird, können sie bei anderen schon mal heftige
Reaktionen auslösen. Aus ihrer Feinfühligkeit kann gelegentlich auch überspannte
Empfindlichkeit werden. Und sie tun sich schwer, Ausgelassenheit, Spaß und
Freude zuzulassen. Kiefer-Menschen scheuen Abenteuer und Risiko, was dann leider
oft einen tristen Alltag und Langeweile zur Folge hat. Gleichzeitig leben sie
aber auch in der Angst, durch ihre übermächtige Vernunft etwas zu versäumen. Ein
weiteres Problem sind ihre Entscheidungsschwierigkeiten - denn sie wollen immer
das Richtige tun und wägen deshalb manchmal endlos ab.
KIEFER-GEBORENE UND DIE
LIEBE
Die eher vernunftsorientierten Menschen dieses Baumzeichens
brauchen in sich ruhende, selbstbewusste Partner, die nicht bei jeder Kritik
gleich aus der Haut fahren. Sie müssen vielmehr ein dickes Fell und Humor
besitzen und es zudem ertragen, dass Kiefer-Geborene sehr erfolgreich sind. Der
Traumpartner muss außerdem ein erotischerVerführungskünstler sein, denn Kiefern
lassen sich manchmal unglaublich lange reizen, ehe sie aus sich
herausgehen.
KÖRPERLICHE
SCHWACHSTELLEN
Magen, Darm, Herz, Ohren, Augen, Galle,
Stoffwechsel
HEILKRÄUTER DER
KIEFER
Majoran, Leinkraut, Sternkraut, Dill, Fenchel, Baldrian,
Alraune, Lavendel und Farnkraut
DAS SOLLTEN KIEFER-GEBORENE
BEACHTEN
Man kann Vernunft, Lebensplanung und Vorsorge auch
übertreiben. Wenn man schon die Fähigkeit besitzt, seelische Belastungen nicht
an sich heranzulassen, könnte man doch ruhig ein bisschen mehr Lebensfreude
wagen - man kann doch um Gottes willen nicht immer nur nützlich sein.
Gerade in der Liebe ist es ratsam, sich nicht nur auf
Überlebensstrategien zu beschränken. Es gibt nämlich nicht sehr viele Partner,
die mit dieser Haltung noch etwas anfangen können. Diese emotionale Sachlichkeit
wird den Kiefer-Menschen mindestens ein verständnisloses Lächeln einbringen,
eher aber noch gehörigen Ärger. Goethes Faust hat beispielsweise erkannt, dass
ein Leben in purer Vernunft über kurz oder lang an eindeutige Grenzen stößt. Da
kommt dann schon die Frage auf: Kann das schon alles gewesen sein? Und da
Kiefern im Allgemeinen wahre Künstler im Sammeln von materiellen Gütern sind,
dürfte es doch nicht schwer fallen, sich ein paar Sicherheiten beiseite zu legen
- und sich einmal etwas zu gönnen, das keinen von vornherein erkennbaren Nutzen
hat.
Doch bei aller Kritik - die Kiefern
haben sich durchgesetzt, - ein Beweis dafür, dass ihre Lebensweise funktioniert.
Aber etwas mehr Freude kann doch wohl niemandem schaden,
oder?
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Quelle: Das
Horoskop der Druiden, Carla Ludwig, ISBN 3-635-60335-X
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