Startseite » Startseite » Die Druiden Ihr Konto  |  Warenkorb  |  Kasse   
Shop-Kategorien
Neue Produkte Zeige mehr
Kuksa Nr.101, Maserbirke
Kuksa Nr.101, Maserbirke
80,00€

Alle neuen Produkte
Sonderangebote Zeige mehr
Ingwer Wurzel
Ingwer Wurzel
2,10€
1,68€

Alle Sonderangebote
Shop-Informationen
Impressum
Unsere AGB
Datenschutz
Versand & Bezahlung
Meine Philosophie
Termine
Sonderanfertigung
Hilfe / FAQ
Widerrufsrecht
Fragen Sie uns
Site Map
Die Druiden

Eines der Bilder, welches wir am häufigsten in unseren Geschichtswerken antreffen, ist das des mistelschneidenden Druiden: "Gekleidet in einem weißen Umhang", schreibt Plinius, "steigt der Priester in einen Baum, wo er mit einer goldenen Sichel eine Mistel abschneidet, die in einem weißen Leintuch aufgefangen wird". (Hist. Nat. XVI, 249). Kaum eine andere Stelle der griechischlateinischen Literatur über die Kelten, ist so bekannt wie diese. Seltsamerweise hat eine andere Frage, die hinsichtlich moderner Kriterien wesentlich schwerwiegender ist, nämlich die, ob die Druiden nun Menschenopfer vollzogen oder nicht, die damaligen Gelehrten weniger beeindruckt, als dieses Sammelritual einer Heilpflanze, welches auf den ersten Blick ziemlich banal anmutet. Darüber hinaus scheint es ohnehin eher unwahrscheinlich, daß diese hier von Plinius übermittelten Informationen von ihm selbst wie auch von den modernen Geschichtswissenschaftlern richtig interpretiert wurden. Den Keltenforschern und Historikern stehen indes einige griechische und lateinische Texte zur Verfügung, in denen die Druiden genauer erwähnt werden. Wie wir bereits ansprachen, wird der Vergleich bzw. die Gegenüberstellung dieser Texte mit den Dokumenten der Inselkelten, fast ausschließlich irischer Herkunft, einen wichtigen Bestandteil unserer Arbeit darstellen. Doch bevor wir dazu übergehen wollen, müssen wir nicht nur diese Texte vorstellen, sondern auch die Grenzen unserer Untersuchung festlegen und vor allem den Begriff des Druiden selbst definieren. Jener war kein einfacher Philosoph oder ein spiritueller Meister einer Geheimlehre, sondern ein Priester mit zahlreichen Aufgaben, weitreichenden Machtbefugnissen und einem universellen Wissen, welcher einer Priesterklasse angehörte, die ebenso definiert und organisiert war wie die der indischen Brahmanen. Aus diesem Grund setzen wir von vornherein das Druidentum über jener Religionsform an, die ihm häufig in offenkundigster Verkennung der Sachlage in den Handbüchern zugeschrieben wird: Demnach sei er eine keltische Form des Heidentums gewesen, welche zum einen Teil aus einer auf Sonnengöttern und zu Geschichte gewordenen Mythen basierenden Naturreligion und zum anderen Teil aus magischen Kulthandlungen bestanden haben soll, die ein Gemisch vorindoeuropäischer Riten und religiöser Vorstellungen gewesen sein sollen, die von den der Geschichte bekannten europäischen Völkern mitgebracht wurden.

Die Druiden in den Texten der Antike
Die meisten klassischen Autoren geben eher theoretische als praktische Hinweise, Informationen, von denen oft behauptet wird, sie seien ohnehin nicht nachprüfbar, und die unablässig von Generationen von Geschichtsschreibern wiederholt wurden; Wunderlichkeiten und exotische Eigenheiten, die durch pausenloses Wiederkäuen unschmackhaft wurden. Auf Grund der enormen Bedeutung, die den Kelten in der Geschichte der Antike zukommt, sind wir immer wieder vom geringen Interesse überrascht, welches ihnen entgegengebracht wird, und befremdet von der Verschwommenheit der sie betreffenden Begriffe und Beschreibungen. Eine Vielzahl allgemeiner Tatsachen wurde so gut wie möglich in einige wenige genaue Angaben zusammengepfercht, welche wir nicht auszuschöpfen versäumen werden. Doch auch im vagen Rest, in all diesen glanzlosen, ja fast substanzlosen Schriften, sind noch ein paar verwendbare Auskünfte zu finden. Vor allem zwei, drei große Autoren wiegen mit ihrem reicheren, besser organisierten Wissen die Verschwommenheit und die Schwächen der anderen auf. Wir möchten also zuerst in chronologischer Reihenfolge die wichtigsten Auszüge aus den antiken Texten zitieren, die die Druiden beschreiben:

- Cäsar, De Bello Gallico VI, 13:
"In ganz Gallien gibt es zwei soziale Schichten von Menschen, die bestimmte Achtung und Ansehen genießen, denn das Volk wird fast wie Sklaven behandelt: es unternimmt nichts aus eigenem Antrieb und wird keiner Beratung beigezogen. Da die meisten von Schulden oder von der Höhe der Abgaben oder von Ungerechtigkeiten der Mächtigeren unterdrückt werden, begeben sie sich freiwillig in die Sklaverei. Die hohen Adeligen haben ihnen gegenüber dann alle Rechte wie Herren gegenüber ihren Sklaven. Von diesen zwei Schichten ist nun die eine die derDruiden, die andere die des Reiteradels. Die Druiden sind bei den Kulthandlungen zugegen, besorgen die staatlichen und privaten Opfer und legen die religiösen Lehren und kultischen Vorschriften aus. Eine große Anzahl junger Leute kommt zur Fachausbildung von überall her, und sie werden bei den Galliern hoch geachtet, denn sie treffen in fast allen staatlichen und privaten Streitfällen die Entscheidung, und wenn ein Verbrechen begangen worden ist, wenn es einen Erbschafts- oder Grenzziehungsstreit gibt, fällen ebenfalls sie das Urteil und setzen Entschädigungen und Strafen fest. Wenn eine Einzelperson oder ein Stamm ihrem Beschluß nicht Folge leistet, schließen sie sie von der Teilnahme an den Kulthandlungen aus. Das ist bei ihnen die schwerste Strafe. Die so Ausgeschlossenen werden als Frevler gegen göttliches und menschliches Recht angesehen, diesen weichen alle aus, meiden den Umgang und das Gespräch mit ihnen, um nicht aufgrund des Kontakts mit ihnen schlimmen Schaden zu erleiden; weder wird ihnen, selbst wenn sie darum bitten, die frühere rechtliche Stellung wiedergegeben noch irgendeine Ehrenstellung zuerkannt. An der Spitze aller dieser Druiden aber steht einer, der den größten Einfluß unter ihnen hat. Wenn dieser gestorben ist, rückt entweder derjenige nach, der die übrigen an Ansehen übertrifft, oder es wird, wenn es mehrere gleichwertige gibt, einer in einer Abstimmung der Druiden gewählt; bisweilen kämpfen sie um den Vorrang sogar mit Waffen. Sie versammeln sich zu einer bestimmten Zeit des Jahres im Gebiet der Karnuten - diese Gegend gilt als die Mitte ganz Galliens - an einem geweihten Ort. Dorthin kommen von überall her alle, die einen Streitfall haben, und fügen sich ihren Entscheidungen und Urteilen. Die Lehre der Druiden ist, wie man glaubt, in Britannien entstanden und soll von dort nach Gallien gelangt sein, und auch jetzt noch gehen diejenigen, die sie genauer erforschen wollen, meist dorthin, um sie zu erlernen. Die Druiden nehmen für gewöhnlich am Krieg nicht teil und zahlen auch nicht wie die übrigen Abgaben. Sie sind vom Militärdienst befreit und überhaupt frei in allen Belangen. Durch so große Privilegien ermuntert, begeben sich viele aus eigenem Antrieb in die Ausbildung der Druiden oder werden von den Eltern und Verwandten zu ihnen geschickt. Dort lernen sie, wie es heißt, eine große Anzahl von Versen auswendig. Daher bleiben einige 20 Jahre in Ausbildung. Sie sind der Meinung, daß es nicht richtig ist, das, was sie gelernt haben, schriftlich festzuhalten, auch wenn sie sich in fast allen übrigen Belangen, in öffentlichen und privaten Angelegenheiten, der griechischen Schrift bedienen. Das scheinen sie mir aus zwei Gründen eingeführt zu haben: weil sie es weder wollen, daß die Lehre im Volk verbreitet werde, noch, daß die Lernenden sich auf die Schrift verlassen und das Gedächtnis weniger trainieren; das widerfährt ja in der Regel den meisten, daß sie im Vertrauen auf die Schrift in der Sorgfalt beim Auswendiglernen und im Training des Gedächtnisses nachlassen. Vor allem wollen sie davon überzeugen, daß die Seele nicht untergehe, sondern vielmehr nach dem Tode von einem zum anderen übergehe, und sie glauben, daß dadurch die Tapferkeit ganz besonders geweckt werde, da die Todesfurcht ihre Wirkung verliert. Viel disputieren sie auch über die Gestirne und deren Bewegung, über die Größe des Weltalls und des Erdkreises, über das Wesen der Dinge, über Gewalt und Machtbereich der unsterblichen Götter und vermitteln das alles der Jugend."

- Diodor von Sizilien, Historien V, 31, 2-5:
"Es gibt bei ihnen Liederdichter, die sie Barden nennen. Dieselben tragen ihre Gesänge unter Begleitung von Instrumenten vor, welche der Lyra ähnlich sind; und zwar sind dies teils Lobgesänge, teils Schmählieder. Überaus geehrt sind bei ihnen einige Philosophen, die auch der göttlichen Dinge kundig sind und Druiden genannt werden. Auch Wahrsager haben sie, denen gleichfalls große Ehre erwiesen wird. Diesselben weissagen aus dem Vogelflug und aus der Beschauung der Opfertiere, und alles Volk glaubt und gehorcht ihnen. Besonders haben sie für gewisse wichtige Fälle eine höchst auffallende und kaum glaubliche Art, das Zukünftige zu erforschen. Sie weihen nämlich einen Menschen und stoßen ihm dann ein Schwert in die Brust, oberhalb des Zwerchfells, und indem das Opfer getroffen zusammenstürzt, erkennen sie aus der Art und Weise, wie er niederfällt, sowie aus den Zuckungen der Gliedmaßen und dem Ausströmen des Blutes das Zukünftige, wobei sie einer alten und durch lange Beobachtungen erprobten Erfahrung Glauben schenken. Es ist bei ihnen Sitte, ohne Zuziehung eines Philosophen überhaupt kein Opfer zu bringen; denn, sagen sie, man müsse seine Dankbezeugungen den Göttern durch solche Männer darbringen, welche des göttlichen Wesens kundig seien und gleichsam dessen Sprache verstünden, und durch eben derselben Vermittlung müsse man sich auch das Gute erbitten. Aber nicht nur in Angelegenheiten des Friedens, sondern auch in den Dingen des Krieges folgen sie meist dem Rate dieser, sowie den Gesängen ihrer Dichter, und zwar nicht nur die befreundete Partei, sondern auch die feindliche. Oft, wenn schon in der Schlachtaufstellung die beiden Heere gegeneinander anrücken mit gezogenen Schwertern und vorgestreckten Lanzen, treten diese in die Mitte und bewegen die Heere vom Angriff abzustehen, gleich als wenn sie durch ihren Gesang wilde Tiere bezauberten. So weicht auch bei den wildesten Barbaren die Leidenschaft der Weisheit, und Ares scheut sich vor den Musen.

- Strabo, Geographie IV, 4:
"In der Regel stehen bei ihnen im Ganzen drei Klassen in vorzüglichem Ansehen: die Barden, die Vaten und die Druiden. Die Barden sind Hymnensänger und Dichter, die Vaten opfern und erforschen die Natur; die Druiden beschäftigen sich neben der Betrachtung der Natur auch mit der Sittenlehre. Sie werden für die Gerechtesten gehalten, weshalb man ihnen die Privat- und die öffentlichen Streitigkeiten zur Entscheidung überläßt-, so daß sie früher Kriege beendigten, und zwischen Heeren Frieden stifteten, die sich schon zur Schlacht rüsteten. Auch die Entscheidung wegen eines Mordes wurde ihnen meistens anvertraut. Und wo diese Priester in Menge beisammen sind, das achten sie als einen Segen für die Gegend. Sie halten und damit sind sie nicht die Einzigen - die Seele und die Welt für ewig; einst aber werde Feuer und Wasser sie zerstören.

- Pomponius Mela, De Chorographia 111, 2,18:
"Ihre Roheit besaß einst einen solchen Grad, daß sie als das beste und den Göttern wohlgefälligste Opfertier den Menschen erachteten. Noch heute bestehen Spuren dieses sonst bereits abgeschafften rohen Brauches: sie enthalten sich zwar der schließlichen Schlachtung, bringen aber den den Göttern Geweihten, so oft sie sie zu den Altären schleppen, Verletzungen bei. Jedoch besitzen sie eine natürliche Redegabe und haben die Druiden als Lehrer ihres Wissens. Diese geben vor, von der Größe und Gestalt der Welt, den Bewegungen des Himmels und der Gestirne sowie vom Willen der Götter Kenntnis zu haben. Sie unterweisen die Edlen ihres Volkes in vielerlei Dingen, heimlich und lange Zeit hindurch - zwanzig Jahre - und zwar entweder in einer Höhle oder in abgelegenen Waldhainen. Ein Punkt ihrer Lehre ist zu allgemeiner Kenntnis gedrungen: um nämlich das Volk für den Kampf recht geeignet zu machen, lehren sie, die Seele sei unsterblich und nach dem Tode beginne bei den Verstorbenen ein neues Leben. Daher verbrennt und bestattet man mit den Toten zugleich auch Dinge, die für Lebende passen. Einst schrieb man auch die Sorge für geschäftliche Angelegenheiten und das Eintreiben von Schulden den Unterirdischen zu, und mancher Gallier stürzte sich freudigen Herzens in den Scheiterhaufen der Seinen, um gleichsam mit ihnen weiterzuleben."

- Lucanus, De Bello Civili 1, 454-462:
"Nach ihrer Lehre suchen die Totenseelen nicht das stille Land der Finsternis, das Geisterrreich des Höllenfürsten drunten auf, sondern atmet und lebt der Körper unverändert in einer anderen Sphäre weiter. Künden sie Wahrheit, so steht der Tod nur in der Mitte eines langen Lebens; jedenfalls sind die Völker, auf die der Große Bär herniederschaut, glücklich in ihrem Wahn, weil sie der größte aller Schrecken nicht bedrängt, die Todesfurcht. Daher stürzen sich die Männer mit Begeisterung einem Schwert entgegen, hat der Tod in ihren Herzen Raum und scheint es ihnen feige, ein Leben zu schonen, das doch wiederkommen soll."

- Plinius der Ältere, Historia Naturalis XVI, 249:
"Bei dieser Gelegenheit dürfen wir auch die Bewunderung der gallischen Provinzen für diese Pflanze nicht übergehen. Die Druiden - so nennen sie ihre Magier - halten nichts für heiliger als die Mistel und den Baum, auf dem sie wächst, wenn es nur eine Eiche ist. Sie wählen an sich schon die Eichenhaine und verrichten kein Opfer ohne das Laub dieses Baumes, so daß sie ihren Namen "Druiden" nach einem griechischen Wort (drys: "Eiche") erhalten haben könnten. Sie glauben nämlich wirklich, daß alles, was an den Eichen wächst, vom Himmel komme und ein Zeichen dafür sei, daß der betreffende Baum von einem Gott selbst erwählt sei. Man findet aber die Mistel in Gallien sehr selten; und hat man sie gefunden, so wird sie mit großer Ehrfurcht abgenommen, vor allem am sechsten Tag des Mondes, der bei ihnen den Anfang der Monate und Jahre und nach 30 Jahren einen neuen Zeitabschnitt bildet, ein Tag, an dem der Mond schon genügend Kräfte hat und noch nicht halbvoll ist. Sie nennen die Mistel in ihrer Sprache "die alles Heilende". Sie bereiten nach ihrer Sitte das Opfer und das Mahl unter dem Baum und führen zwei große Stiere herbei, deren Hörner da zum ersten Mal umwunden werden. Der Priester, bekleidet mit einem weißen Gewand, besteigt den Baum und schneidet die Mistel mit einem goldenen Messer ab: Sie wird mit einem weißen Tuch aufgefangen. Dann schlachten sie die Opfertiere und bitten den Gott, er wolle sein Geschenk denen, welchen er es gegeben hat, zum Glück gereichen lassen. Sie meinen, daß die Mistel, in einem Getränk genommen, jedem unfruchtbaren Tier Fruchtbarkeit verleihe und ein Heilmittel gegen alles Gift sei. So groß ist die Ehrfurcht der Völker meistenteils in ganz unbedeutenden Sachen."

- Historia Naturalis XXX, 13:
"Bei den Galliern hat die Magie auf jeden Fall ihren festen Platz, sogar noch bis auf unsere Zeit. Denn erst die Herrschaft des Kaisers Tiberius unterdrückte ihre Druiden und diese Art von Wahrsagern und Ärzten. Doch was muß ich dies von einer Kunst erwähnen, die sogar den Ozean überschritten hat und bis ans Ende der Welt vorgedrungen ist? Britannien feiert auch heute noch begeistert mit solchen Zeremonien, daß es den Anschein haben könnte, Britannien habe sie den Persern übermittelt. Darin herrschte solche Übereinstimmung auf der ganzen Welt, obgleich sie sonst widersprüchlich ist und einander nicht kennt. Es kann nicht genügend gewürdigt werden, wieviel man den Römern Dank schuldet, welche die frevelhaften Bräuche aufhoben, bei denen das Töten eines Menschen als sehr fromm, das Verspeisen aber auch als sehr heilsam angesehen wurde."

Timagenes in Ammianus Marcellinus XV, 9:
"In diesen Gegenden entwickelte sich eine hohe menschliche Kultur, und die Beschäftigung mit den freien Wissenschaften blühte auf, angeregt von den Barden, Euhagen und Druiden. Die Barden besangen die Heldentaten berühmter Männer in Heldengedichten zu lieblichen Weisender Lyra, während die Euhagen Opferdeuter waren und die Geheimnisse der Natur zu erklären versuchten. Die Druiden, die auf höherer geistiger Stufe standen, schlossen sich in Bruderschaften zusammen, wie es die Autorität des Pythagoras bestimmt hat, und erhoben sich zur Erforschung verborgener und hoher Dinge. Sie blickten auf alles Menschliche verächtlich herab und lehrten die Unsterblichkeit der Seele." Gehen wir nun weiter zu den Einzelheiten der verschiedenen Texte: Der älteste und wichtigste Zeuge, Cäsar, unterteilte die gallische Gesellschaft in drei Klassen: druides, equites und plebs, doch berichtet er lediglich von den ersten beiden. Es ist offensichtlich, daß die druides dabei für die Priesterklasse, die equites (Reiter) für die Militärklasse und die plebs bei ihm für den Rest stehen, d.h. für die Bauern, Handwerker und Sklaven. D'Arbois de Jubainville täuschte sich also grundlegend, wenn er der Meinung war, daß Cäsar lediglich einen Teil der gebildeten Gesellschaft Galliens mit dem Namen Druiden bezeichnet hatte.` Erstens handelte es sich nicht um eine "gebildete Klasse", und zweitens verschmähte Cäsar in seiner Beschreibung nicht zwei der drei Bestandteile: er faßte lediglich die drei Elemente der Priesterklasse in einer allgemeinen Definition zusammen. Dem Wirkungsfeld der Druiden wird also alles zugeschrieben was folgende Bereiche betrifft:
- die Religion (Glauben, Opfer, Kulte),
- die Rechtsprechung (öffentliches und privates Recht),
- der Unterricht und die Übermittlung traditionellen Wissens.
Sie sind gegen die Schrift, doch lassen sie sie (in griechischen Buchstaben) bei öffentlichen und privaten Angelegenheiten zu. Sie lehren die Unsterblichkeit der Seelen und geben sich eingehenden theologischen und wissenschaftlichen Betrachtungen hin, die um das Wesen der Götter, die Astronomie und die Physik kreisen. Im Gegensatz zu Cäsar stellen Diodor von Sizilien, Strabo und die anderen antiken Schriftsteller dem Rest der Gesellschaft nicht nur eine allgemeine Priesterklasse gegenüber, sondern sie beschreiben ihre innere Unterteilung (die sie überdies mißverstanden hatten).

Laut Diodor von Sizilien gab es:
- die Barden: sie sangen Hymnen und Satiren und begleiteten sich dabei auf der Harfe (Leier);
- die Philosophen und Theologen (Druiden): ihnen werden die größten Ehren entgegengebracht; sie sind bei den Opfern zugegen und sind Vermittler zwischen Menschen und Göttern; Barden und Philosophen beruhigen die kampfbereiten Armeen; sie fürchten keinen Tod und lehren die Unsterblichkeit;
- die Wahrsager: sie besitzen große Autorität und halten die gesamte Bevölkerung in Abhängigkeit; sie können hellsehen und sagen die Zukunft durch Vogelschau und durch Menschenopfer voraus. In lateinischen Worten betreiben sie das augurium und die haruspicina.

Strabo unterscheidet zwischen:
- den Barden, Hymnensängern und Dichter;
- den Vaten, Opferem und Naturinterpreten;
- den Druiden: sie studieren die Naturwissenschaften und die moralischen Aspekte derPhilosophie; sie lehren die Unsterblichkeit der Seele und prophezeien, daß eines Tages Feuer und Wasser herrschen werden.

Pomponius Mela gemäß, bei dem sich alle Definitionen auf die Priesterklasse beziehen:
- sind die Gallier allgemein redegewandt;
- sind die Druiden die Meister der Moral;
- kennen die Druiden: die Größe der Erde und der Welt, die Bewegungen der Gestirne, den Willen der Götter.

Laut Ammianus Marcellinus:
- feierten die Barden die großen Taten in Heldengesängen; - studierten die Eubagen die Mysterien der Natur. Über ihnen:
- gehörten die Druiden Gemeinschaften an, dessen Statuten durch Pythagoras beeinflußt wurden;
- beschäftigten sich die Druiden mit okkulten Fragen; - lehrten die Druiden die Unsterblichkeit der Seele.
Diese Beschreibungen werden hier äußerst schematisiert wiedergegeben. Doch genügt dies, zu einem ersten Schluß zu gelangen: wir können die keltische Priesterklasse also in drei Hauptgruppen unterteilen, die Cäsar, der in den großen Zügen genau, doch wenig detailliert ist, allgemein unter "Druiden" zusammenfaßt:

Druide

Barde

Vate

Cäsar

Druide:
Religion,
Recht;
Unterricht

Diodor

Druide,
Philosoph,
Theologe:
Religion

Barde:
Lobreden,
Satiren,
Schiedsgericht

Wahrsager:
Hellseherei,
Wahrsagerei,
Opfer

Strabo

Druide:
Naturwissen-
schaften,
Philosophie,
Recht

Barde:
Gesang,
Poesie

Vate:
Opfer,
Naturinter-
pretation

Doch bleiben sie bei all ihrer Genauigkeit etwas vage: Strabo und Diodor schreiben das Opfer den Vaten zu, auch wenn es sich eigentlich um den Bereich der Druiden handelt. Diodor nennt die Druiden, die zwischen zwei feindlichen Armeen scheiden Barden. Auch in der irischen Literatur werden wir vielen solcher Fälle begegnen. Es handelt sich hierbei um keine schwerwiegenden Fehler, sondern vielmehr um ein Zeichen, daß die Klassen durchlässig waren und die Aufgabenbereiche sich oft überschnitten: Die Barden und Vaten sind praktisch und faktisch Druiden. Ihre Titel bezeichnen verschiedene Spezialgebiete, welche einer allgemeinen Rangbezeichnung untergeordnet sind, die ihnen zusteht, gleichgültig, welchen Rang sie in der Hierarchie einnehmen und welche Aufgaben sie zu verrichten haben.
Bleiben uns nur noch zwei kleinere, spätere Texte zu zitieren - die jedoch deswegen nicht von minderem Interesse sind -, die die Druiden als direkte geistige Erben des Pythagoras sehen und ihnen so ein Ansehen verleihen, welches man nach den Dekreten des Tiberius und Claudius zwei Jahrhunderte zuvor kaum noch für möglich gehalten hätte.

- Hippolytus, Philosophumena 1, XXV:
"Die keltischen Druiden studierten eifrig die Philosophie des Pythagoras. Diese Studien wurden ihnen von Zalmoxis, dem Sklaven des Pythagoras, einem gebürtigen Thraker, überliefert, der ihnen etwa zwanzig Jahre nach dem Tod des Pythagoras die Gelegenheit bot, dessen philosophisches System zu studieren. Die Kelten halten nun ihre Druiden für Hellseher und Propheten, da sie dank der Berechnungen der pythagoräischen Arithmetik bestimmte Ereignisse voraussagen können. Wir wollen die Ursprünge ihrer Lehrsätze nicht verschweigen, denn einige glaubten bei ihnen mehrere philosophische Schulen erkannt zu haben. Tatsächlich betätigen sich die Druiden auch in den bildnerischen Künsten."

- Clemens von Alexandrien, Stromata 1, XV, 71, 3ff.:
"Alexander schreibt in seinem Buch über die Symbolik des Pythagoras, daß jener ein Schüler des Nazaratus von Assyrien war, und behauptet weiter, daß er auch bei den Galatern und den Brahmanen studiert hatte.
"Die Philosophie, die eine Wissenschaft von höchstem Nutzen ist, blühte in der Antike auch bei den Barbaren und verbreitete so ihr Licht über mehrere Staaten aus. Danach erst kam sie zu den Griechen. Ihre wichtigsten Propheten waren bei den Ägyptern, den Chaldäern, den Assyrern, den gallischen Druiden, den baktrischen Samanäern, den Philosophen der Kelten und den Weisen Persiens zu finden." Diese Texte stammen aus dem dritten nachchristlichen Jahrhundert. Die hier niedergeschriebenen Informationen stützen sich eher auf Legenden als auf Beweise. Es handelt sich um gelehrte Kommentare, die von den Druiden in der Vergangenheit sprechen. So sind z.B. die Beziehungen letzterer zu Pythagoras oder Zalmoxis nicht historisch belegt, und wir werden diese Spur in diesem Rahmen auch nicht weiterverfolgen, da es sich um schwer beweisbare Einzelinformationen handelt. Was jedoch feststeht, ist, daß die Griechen mit ihrer gewohnheitsmäßigen Neugier für fremdes Gedankengut fühlten, daß sie es hier mit einer Lehre zu tun hatten, deren Verständnis ihnen entging, oder vielmehr mit einer Tradition, einem Wissen, welches sie in keines der ihnen bekannten Gedankengebäude einordnen konnten.

Falls Sie Sie sich ernsthaft mit dem Druidentum beschäftigen empfehlen wir folgendes Buch:

Quelle:Die Druiden /Fracoise Le Roux und Christian-J. Guyonvarc`h/Arun-Verlag/ISBN: 3-927940-34-8


Artikel-und Infosuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um ein Produkt oder Informationen zu finden.
erweiterte Suche
Warenkorb Zeige mehr
0 Produkte
Anmeldung

Email Addresse

Passwort



Passwort vergessen?

Informationen
Keltischer Baumkreis

Die heutige Tagesrune

ALGIZ

Musik- und Buchempfehlungen
Alle anzeigen



Alle anzeigen

Copyright © 2004-2016 Kelten-Shop/Ulf Henke, optimiert für 1280x1024 Pixel
Konzept und Realisierung: Tek Art Dezigns, Powered by oscommerce