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Der heilige Wald



Der nemeton ist von Natur aus an den Wald ge- und mit dem Baum verbunden, der selbst wieder durch eine religiös-etymologische Kreuzung (vidu) mit dem priesterlichen Wissen in Bezug steht.  Alles geht vom Druiden aus und kehrt wieder zu ihm zurück. Das erklärt auch, weshalb heilige Bäume an besonderen Orten oft auch mit bemerkenswerten Ereignissen in Zusammenhang gebracht werden:
"Die Nacht in der Conn geboren wurde war in ganz Irland willkommen.
Hier kamen auch der Baum des Tortu und die Eibe des Ross zur Welt."
Dieser Baum von Tortu und diese Eibe von Ross gehören zu den fünf wichtigsten Bäumen Irlands. Ein weiterer, die Eibe von Mugna konnte tausend Menschen in ihrem Schatten bergen und beschenkte drei Mal jährlich die Bewohner der Ebene, in der sie stand, mit den drei heiligen Früchten: "Eichel, Nuß und Apfel": "Mugna, der Sohn meiner Schwester, vom glorreichen Wald, Gott war es, der sie vor langem schuf, diese Eibe voller Tugenden mit ihren drei ausgewählten Früchten.
Die Eichel und die Nuß, schmal und dunkel, und den Apfel schickte, was ausgezeichnet war, der König regelmäßig dreimal im Jahr zu ihm [...]
Dreihundert Ellen maß der makellose Baum; sein Schatten bot tausend Mann Schutz. Er stand an einem geheimen Ort im Norden und im Osten bis zur Zeit Conns mit den hundert Schlachten."
Natürlich gibt der Mythos keine Erklärung darüber ab, wie auf einem Baum wie der Eibe so verschiedenartige Früchte wie Eicheln, Nüsse und Äpfel wachsen konnten. Doch ist es ein Wunderbaum und wie alle wunderbaren Urbäume kann er nicht von Menschen eingeordnet oder bewertet werden. Er steht also über allen Gattungen und gibt so alle gewünschten oder zur Nahrung der Eingeweihten notwendigen Früchte. Wir wissen aus zahlreichen Textstellen, daß die Eicheln die Lieblingsnahrung der (Wild-)Schweine darstellten, die in dieser wie auch in der Anderen Welt als heilige Tiere angesehen wurden. Der Apfel war die Frucht der schönen Botinnen des sid, gegen die die Zauberkraft der Druiden machtlos war, und die Nuß fiel in die heilige Quelle, wo sie von den Lachsen der Wissenschaft gefressen wurde, deren Fleisch dann verzehrt wurde. Im Bereich des Holzes - in seinen technischen und allen anderen Anwendungsgebieten - und des Waldes, verlassen wir also nie das priesterliche Wissen und das Wesen des Heiligen.` Daraus folgt, daß der Wald und der Tempel für die Kelten Synonyme darstellen, die gegenseitig austauschbar waren. Camille Jullian hatte also nicht unbedingt unrecht, wenn er nemeton mit dem lateinischen nemus übersetzte)' Nach Lucanus Pharsalia 1, S. 453-454 ("Der Bürgerkrieg", ed. Ehlers, München, 1973, S. 117-118) hielten die Druiden ihre Gottesdienste im Wald ab: nemora alta remotis incolitis lucis ("Ihr bewohnt tief im Wald versteckte Heiligtümer"). Die Anspielung ist bedeutsam. Er fügt dem die Erwähnung des in der Nähe von Marseille gelegenen Waldes an, den Cäsar zerstören ließ: "Da stand ein Hain, seit Menschengedenken nie entweiht; mit verschränkten Ästen bildete er einen Bezirk von Dunkelheit und Schattenkühle, dessen Kuppel Sonnenstrahlen nicht durchdrangen. Hier hatten kein bäuerlicher Pan, kein Waldeskönig Silvanus und keine Nymphe ihre Stätte, sondern ein Götterkult barbarischen Brauchs: die Altäre waren mit gräßlichen Schlachtbänken versehen und alle Bäume mit Menschenblut geweiht. Sofern urtümliches Gefallen an Himmelswundern jemals Glauben verdient hat, scheuten dort sogar Vögel einen Platz in den Zweigen und wilde Tiere ein Ruhelager; auch legte sich kein Wind auf jenes Gehölz und schlug kein Blitz aus schwarzen Wolken ein - keinem Lufthauch boten die Bäume ihr Laub, sondern raschelten von selbst. Dazu floß überall aus dunklen Quellen Wasser, und düster standen, ohne Kunst und roh aus Holz gehauen, Götterbilder da. Bereits der Moder und der Schimmel des faulen Holzes erregten Entsetzen; so fürchtet man kein heiliges Götterbild von üblicher Gestalt, nein, gewaltig steigert sich die Angst, wenn man die Götter, die man fürchten soll, nicht kennt. Vollends, so hieß es, bebte oft die Erde und dröhnte es aus hohlen Schlünden, fielen Eiben um und richteten sich wieder auf, leuchteten Waldbrände ohne Feuer und wanden sich Schlangen rings um die Stämme. Diesen Ort besuchten keine Leute, um ihn aus der Nähe zu verehren, vielmehr überließ man ihn den Göttern; wenn Helios am Mittagshimmel stand oder dunkle Nacht das Firmament umfing, so wagte nicht einmal der Priester einzutreten, fürchtete er doch, den Herrn des Hains zu überraschen."
Lucanus erwähnt nicht, daß dieser zwielichtige Wald eigentlich der Bereich der Druiden war. Doch mußte das gesagt werden? Er bestätigt oder nimmt eher vorweg, was Pomponius Mela III, 2 schreiben würde: Docent multa nobilissimos gentes clam et diu, vicenis annis, auf in specu auf in abditis saltibus - "Sie unterweisen die Edlen ihres Volkes in vielerlei Dingen, heimlich und lange Zeit hindurch - zwanzig Jahre - und zwar entweder in einer Höhle oder in abgelegenen Waldhainen." Der Wald war der Ort, an dem der Druide normalerweise seine Schüler unterrichtete. Daß er ihm später auch als Zufluchtsstätte gedient haben mag, ist schon möglich, doch hatte er es nie nötig gehabt, dorthin zu fliehen: er war ja bereits dort, weil der Wald heilig war. Die Kelten standen immer in sehr engem Bezug zum Wald. Das zeigt sich einerseits durch Völkernamen, wie den der Eburones ("Männer der. Eibe") oder der Vidu-casses ("Die mit dem Holz kämpfen"), andererseits durch die Lage der großen Heiligtümer wie dem Wald von Marseille oder dem Heiligtum von Anglesey, welches ebenfalls von den Römern zerstört wurde. Das findet schließlich auch durch die Rolle des Waldes in den Mythen seinen Ausdruck. Doch stand in Gallien wie auch in Irland der Heilige Wald immer unweit der Königsresidenz: So schreibt Cäsar, B. G. VI, 30, daß das Haus des Ambiorix "...im Herzen eines Waldes lag, wie das bei fast allen Wohnsitzen der Gallier der Fall ist, die, um die Hitze zu vermeiden, gerne die Nachbarschaft von Wäldern und Flüssen aufsuchen." Wollte man tatsächlich nur der Hitze entgehen? Was Cäsar hier sehr zusammenfassend beschreibt, dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach eine königliche Residenz, eine "Stadt" gewesen sein, - was die Vorstellung des irischen dun (gallisch dunon) ziemlich ungenau wiedergibt - in denen Land und Wald vorherrschten. Doch ist jeder irische dun, der diesen Namen verdient, selbst schon eine Hauptstadt, wie sie jeder ehrbare Anführer zu besitzen hat. Die religiöse Vorstellung des "Zentrums", an dem König, Prinz, Anführer und Berater resi-dieren, kommt automatisch dazu. Es gibt also keinen dun ohne Heiligtum und kein Heiligtum ohne Wald. Es ist selbstredend, daß die oft mit den Wäldern verwechselten Heiligtümer, größte gesellschaftliche, politische und lexikalische Auswirkungen in Irland ausübten. Wir vermuten, daß sich Gallien nicht allzu sehr davon unterschied.


Quelle:Die Druiden /Fracoise Le Roux und Christian-J. Guyonvarc`h/Arun-Verlag/ISBN: 3-927940-34-8


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