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Cahercommaun

County Clare - Irland

Hier sollte man buchstäblich jedem Schritt besondere Aufmerksamkeit schenken, denn ein spezieller Beruf im Surren war der des Knocheneinrenkers, des "bonesetter". Weiche Graspolster in den Rippen der Kalksteine täuschen Begehbarkeit vor, doch stolpert man leicht in den ungründigen Spalten, knickt um. Viele Farmer und ihr Vieh haben sich so die Beine ruiniert. Dies als Hinweis auf den weg, bevor man aufsteigt zu Cahercommaun, das auf einem Hochplateau liegt. Der Weg dorthin ist ein zwanzigminütiger, wunderschöner Spaziergang, nur das letzte Stück erweist sich tatsächlich als knochenbrecherisch.



Oben angekommen, ist man möglicherweise erst einmal verwirrt: Unter einer bleichen irischen Sonne sieht die dürre, baumlose Weite wie eine spanische Sierra aus. Steine stehen als aufgerichtete Trümmer in langen schmalen Reihen, scharfzackig wie die Kronen von Mauern, die vor Urzeiten schon im Boden versunken sind. Weiter vorn sind die Trümmer dann tatsächlich hochgeschichtet, schwingen in einem weiten Bogen aus zu einer Mauer. Das ist Cahercommaun. Die Silben Caher oder Rath tauchen in vielen gälischen Namen auf und bedeuten "Ringfort". Fast 40 000 "Raths" oder "Cahers" gibt es noch in Irland. Aber dieses hier zeigt sich von überwältigender Eigenartigkeit. Cahercommaun ist an eine senkrecht abstürzende Kalksteinklippe gebaut. Die Steinmauer bildet als mächtiger Ring den größten Teil der Befestigungsanlage, doch nach Norden bedarf es keines Schutzes, dort ist die Festung durch den Felsabsturz uneinnehmbar, denn die schroffe Klippe ließ ein Erklettern nicht zu. Nichts hier ist Enge, Reduktion, trutzige Einmauerung, wie es so viele Burgen, Fortifikationen an sich haben, kaum unterscheidbar von einem Gefängnis. Aus der Tiefe der Karstschlucht klingt der Gesang von Vögeln aus einem Wald, über dessen Wipfeln der Blick weit hingeht, als wäre man selbst ein Vogel, hoch fliegend und frei.

Es muß ein großartiges Gefühl gewesen sein für die Bewohner,  in einem Adlerhorst aus Kalktrümmern zu leben. Die Funde, die Ausgrabungen in Cahercommaun erbracht haben, lassen vermuten, daß das Klippenfort um das Jahr 900 vor Christus bewohnt und dort Eisen hergestellt wurde. Man fand Reste von Schmelzöfen und ein Dutzend Steinhäuser, die heute wieder überwachsen sind. Der Eindruck, daß die vielen Hügel- und Ringforts Irlands hauptsächlich als militärische Festungen dienten, ist jedoch falsch. Im ersten vorchristlichen Jahrtausend gab es auf der Insel keinerlei Städte oder Dörfer. Die Menschen lebten über die Insel verstreut in kleinen Siedlungen. Dazwischen dehnte sich eine Wildnis aus Sümpfen und Wäldern aus. Die einzelnen Ortschaften waren von Gräben, Wällen und Steinmauern umgeben, mehr zum Schutz gegen wilde Tiere als gegen bewaffnete Feinde. Innerhalb der Wälle befanden sich Häuser, meist aus Zweigen und mit Lehm verkleistertem Buschwerk erbaut, deren Dachplatten aus Torf bestanden. Das - meist kurze - Leben der Menschen zu dieser Zeit war rauh, mühsam, und ihre Überlebenschancen hingen vom Erfolg in Ackerbau und Viehzucht ab. Handel zwischen den Siedlungen gab es nicht. Eine Mißernte oder Viehseuche brachte unausweichlich Hunger, Krankheit und Zerfall der Gemeinschaft mit sich. Eingebettet im, aber auch abhängig vom Wirken der Natur, feierte man vier  rituelle Feste im Jahr: "Imbolc" am 1. Februar markierte die Zeit, in der die Lämmer zur Welt kamen. Seine Schutzherrin war Brigid, eine keltische Göttin der Fruchtbarkeit, die später im Christentum aufging. Obwohl "Das Leben der Brigid of Kildare" zu den ältesten schriftlichen Dokumenten zählt, die über die Heiligen des frühen irischen Christentums gefunden wurden, zweifeln Historiker und Wissenschaftler an ihrer Existenz. Kildare, wo heute das Kloster der Brigid steht, war ein vorchristlicher Ort der Anbetung, und die heilige Brigid soll bei Sonnenaufgang am 1. Februar geboren sein - am Tag von "Imbolc" also. Auf diese Überlagerung von heidnischen Gottheiten, Ritualen und Plätzen durch christliche Glaubensinhalte wirst Du, Reisende, Reisender, in Irland allenthalben stoßen.

"Beltane" am 1. Mai war ebenfalls ein Fruchtbarkeitsfest, bei dem das Vieh zum Schutz vor Krankheiten rituell gereinigt wurde, indem man es durch große Freudenfeuer trieb. Die Maifeuer und Tänze um den Maibaum sind ein bis heute bewahrtes Relikt aus dieser Zeit. Das große Fest des Sommers war "Lugnasa" am 1. August. Es wird mit  dem Einbringen der Ernte in Zusammenhang gebracht.  "Samain" schließlich, am 1. November, wird heute in manchen englischsprachigen Ländern als Halloween gefeiert. Die Novembertage galten als eine Zeit großer Gefahr, in der die Geister der Toten das Land durchkämmten und entsetzliches Unheil anrichten konnten, falls sie nicht mit angemessenen Opfergaben besänftigt wurden. Auch bei uns schmückt man zu dieser Jahreszeit die Gräber und gedenkt der Toten. In einem der beiden unterirdischen Gänge von Cahercommaun wurden neben Scherben, Werkzeugen und Tierknochen aus Essensabfällen auch Menschenknochen entdeckt. Sie wiesen die Schnittspuren von Messern auf. Spuren, wie sie nur beim Schlachten entstehen. Die Götter der Kelten müssen gierig gewesen sein. Und für ein gutes Jahr war der Preis eines Menschenlebens nicht zu hoch.


Quelle:Magisch Reisen - Irland, Sabine Korte / Mathias Weigold, Goldmann Verlag, ISBN: 3-422-12292-9


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