Startseite » Startseite » Bodmin Moor Ihr Konto  |  Warenkorb  |  Kasse   
Shop-Kategorien
Neue Produkte Zeige mehr
Kuksa Nr.102, Maserbirke
Kuksa Nr.102, Maserbirke
65,00€

Alle neuen Produkte
Sonderangebote Zeige mehr
Räucherzange
Räucherzange
2,00€
4,06€

Alle Sonderangebote
Shop-Informationen
Impressum
Unsere AGB
Datenschutz
Versand & Bezahlung
Meine Philosophie
Termine
Sonderanfertigung
Hilfe / FAQ
Widerrufsrecht
Fragen Sie uns
Site Map
Bodmin Moor

Cornwall, England



Dies ist der verwunschenste Landstrich, den ich kenne. Ein düsterer, wilder und gefährlicher Ort, voller uralter Geschichten und Mythen. Die Gegend übt eine seltsame Anziehungskraft aus, einen grausamen Fluch, der einen unvermutet in sein Spinnennetz schauriger Symbole lockt; Steinkreise, keltische Hochkreuze, verlassene Bergwerke, tiefe, geheimnisvolle Tümpel und die Überreste vorgeschichtlicher Dörfer liegen über das Moor verstreut. Wenn dann die Dämmerung hereinbricht, wandern wilde Tiere unsichtbare Horizonte entlang und die Geister von Urzeitmenschen sollen - so wird erzählt - aus ihren Gräbern aufstehen. Eines Sommerabends fuhr ich durch diese Wildnis in der Nähe des Dorfes Minions. Ich war schon einmal dort gewesen, um Aufnahmen einer alten Grabkammer zu machen, die mit dem Gespenst eines Druidenpriesters in Verbindung gebracht wird. Die Erinnerung an eine Gruppe geisterhafter, verlassener Bergwerksgebäude, die sich gegen den Himmel abheben, war noch frisch. Dies erinnerte mich an den Aberglauben der Bergarbeiter und die gespenstischen Klopfgeräusche, die man immer noch aus der Tiefe dieser schon lange nicht mehr benutzten Gruben hören soll. Weit entfernt konnte ich die seltsame, schiefe Felsformation Cheesewring sehen, die vielfach als Quelle verborgener Kräfte angesehen wird. Es war inzwischen fast dunkel und deshalb suchte ich eine Übernachtungsmöglichkeit. Ein paar Meilen weiter auf dem Moor fand ich ein Gasthaus, das Zimmer vermietete. Nach dem Essen ging ich in die Wirtsstube, um etwas zu trinken. Sie war leer bis auf einen alten Mann, der sich mit einer großen, lächelnden Frau unterhielt, die ihn bediente. Mir kam gleich die alte Kneipe aus dem Film Der Hund von Baskerville nach dem Buch von Conan Doyle in den Sinn. Sie hätte eine Nachbildung dieses Wirtshauses sein können; es war düster, mit Steinboden und ungewöhnlichen Ornamenten und alten Drucken von Jagdszenen an den Wänden. Wir sprachen über das Moor und mein Interesse am Übernatürlichen. Die beiden Einheimischen erzählten mir außergewöhnliche und furchterregende Geschichten über das, was „dort draußen in der Wildnis liegt".



Geschichten von gespenstischen Kutschen mit Skeletten als Fahrern, von Menschen, die im urplötzlich auftauchenden Nebel buchstäblich verschwanden und von abgelegenen Plätzen, an denen man schreckliche Gefühle „zeitloser Melancholie" und „böser Vorahnungen" erfährt. Schließlich fragte mich der alte Mann, ob ich schon in Warleggan gewesen sei, dem angeblich einsamsten Dorf auf dem Moor, oder von seinem verschrobenen Vikar gehört hätte, der Hexerei betrieben hätte und immer noch auf dem Pfarrgrundstück umgehen soll. Ich nahm mir vor, am nächsten Tag dort vorbeizufahren, und ging zu Bett. Am Morgen fuhr ich in dieses abgelegene Dorf und ging zu der kleinen alten Kirche. Dort traf ich einen alten Mann, der auf dem überwucherten Friedhof das Gras mähte. Er hatte den Vikar, Reverend Densham, noch persönlich gekannt. Dieser war in der Gegend vollkommen fremd und kam 1931 in die Pfarrei. Seine Vergangenheit blieb ein Geheimnis, obwohl Gerüchte umgingen, daß er als Missionar in Indien gewesen sei. Während der ersten zwei Amtsjahre empörte seine unkonventionelle Art den Gemeinderat so sehr, daß sie den Bischof in Truro ersuchten, ihn zu versetzen. Das Gesuch blieb ohne Erfolg, die Einheimischen aber mieden fortan die Kirche. Als Antwort hierauf baute der Vikar einen vier Meter hohen Stacheldrahtzaun um das Pfarrhaus und lebte in den folgenden zwanzig Jahren wie ein Einsiedler. Er bemalte die Innenwände des Pfarrhauses in bunten Farben und mit roten Kreuzen in jedem Raum. Von daher kam die Anschuldigung, er betreibe Hexerei. Weiterhin las er jeden Sonntag in der leeren Kirche die Messe und notierte fast jede Woche denselben Eintrag im Meßbuch: „Kein Nebel, kein Wind, kein Regen, keine Gemeinde". In seiner tiefen Einsamkeit und Schrulligkeit fertigte er lebensgroße Pappbilder früherer Pfarrer an, die seinen Predigten lauschen sollten, in denen er meist von der Gottesliebe sprach. Noch trostloser war der Kinderspielplatz, den er auf dem Pfarrgrundstück eingerichtet hatte, denn Kinder kamen nie. Er starb 1953, so wie er gelebt hatte, allein, auf der Treppe, als er versuchte, das Glockenseil zu greifen und Hilfe herbeizurufen. Sein Körper wurde erst zwei Tage später entdeckt und in einem „Dogcart" weggeschafft. Sein unruhiger und betrübter Geist soll auf dem überwucherten Pfad zwischen Kirche und Pfarrhaus umhergehen. Der alte Mann meinte, in Wirklichkeit sei der Vikar ein freundlicher und intelligenter Mensch gewesen, der meilenweite Wege nicht scheute, um Kranke oder Sterbende zu besuchen. Er sei lediglich das Opfer der Umstände geworden. Bewegt von dieser bizarren Geschichte verließ ich das Dorf Nach wenigen Meilen stieß ich auf einen Wegweiser zum Dozmary Pool, wo der Sage nach König Arthurs Schwert Excalibur der Lady of the Lake zugeworfen wurde. Ich lief hinunter zum Seeufer und starrte über das dunkle, ruhige Wasser wie über eine unheimliche Mondlandschaft. Und wieder hatte ich das Gefühl, als stände ich an der Grenze zum Reich des Unbekannten.


 

Quellen: Im Reich der Geister, Simon Mardsen, Eulen Verlag, ISBN: 3-89102-258-1


Artikel-und Infosuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um ein Produkt oder Informationen zu finden.
erweiterte Suche
Warenkorb Zeige mehr
0 Produkte
Anmeldung

Email Addresse

Passwort



Passwort vergessen?

Informationen
Keltischer Baumkreis

Die heutige Tagesrune

GEBO

Musik- und Buchempfehlungen
Alle anzeigen



Alle anzeigen

Copyright © 2004-2016 Kelten-Shop/Ulf Henke, optimiert für 1280x1024 Pixel
Konzept und Realisierung: Tek Art Dezigns, Powered by oscommerce